Insolvente Bäckereikette : „Lila Bäcker“ produziert weiter - Gläubiger stimmen Konzept zu

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Die Bemühungen um die Rettung der Bäckereikette „Lila Bäcker“ gehen in die nächste Runde. Hier kommt das Land mit ins Spiel. In Schwerin liegt ein Antrag für eine Millionenbürgschaft vor.

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04. Juni 2019, 16:29 Uhr

Die insolvente Bäckereikette „Lila Bäcker“ mit Hauptsitz in Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) kann Produktion und Vertrieb weiterführen. Die Gläubigerausschüsse hätten dem Konzept der Geldgeber - dem Vernehmen nach mehrere Banken - zugestimmt.

Diese Entscheidung sei ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Unternehmensgruppe, teilte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde am Dienstag in Berlin mit. „Wir können also unsere Kunden weiterhin bedienen und hoffen auf ihr Vertrauen. Ebenso vertrauen wir auf das Engagement aller Mitarbeiter“, betonte Rattunde.

Das Wirtschaftsministeriums in Schwerin bestätigte, dass die beteiligten Banken eine Kreditbürgschaft des Landes beantragt haben, machte zur Höhe aber keine Angaben. Unbestätigten Angaben zufolge soll es um eine Bürgschaft über rund neun Millionen Euro gehen.

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430 Beschäftigte sollen entlassen werden

Nach Angaben von Rattunde kann ein großer Teil der zuletzt rund 400 Filialen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zunächst weiter betrieben werden. 330 Verkaufsstellen sollen geöffnet bleiben. Auch die meisten der 2700 Arbeitsplätze würden erhalten.

Wie viele Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen, sagte Rattunde nicht. Der Sender NDR 1 Radio MV hatte berichtet, 430 Beschäftigte sollten entlassen werden, vorrangig in Brandenburg. Dem wurde von Unternehmensseite nicht widersprochen.

Die Kette hatte im Januar 2019 Insolvenz angemeldet, das Verfahren war im April eröffnet worden. Dem Vernehmen nach hatte sich Firmengründer Volker Schülke um eine Übernahme bemüht, kam aber nicht zum Zug.

Umstrukturierung wird folgen

Laut Rattunde hob das Amtsgericht Neubrandenburg nach dem Ende der Investorensuche Ende Mai auf Antrag der aktuellen Geschäftsführung die seit Januar laufende Eigenverwaltung auf und ernannte ihn zum Insolvenzverwalter.

„Die Investoren geben uns Luft und ermöglichen eine Umstrukturierung. Ich werde den Betrieb mit dem bisherigen Management fortführen“, kündigte Rattunde an. Doch werde die Investorengruppe die Firmenleitung ergänzen, hieß es.

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Verlässliche Angaben zur Zukunft

Der Regional-Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Jörg Dahms, forderte verlässliche Angaben zur Zukunft des Unternehmens. „Da gibt es in den Aussagen noch zu viele Widersprüche. So ist bislang nicht klar, ob der Produktionsstandort im brandenburgischen Dahlewitz wirklich geschlossen werden soll, wie es Medien schon berichteten“, sagte Dahms.

Aufklärung verlangte er auch zum Umgang mit dem Angebot von Firmengründer Schülke. „Die Regierung in Schwerin wäre gut beraten, sich bei der Entscheidung über die Kreditbürgschaft auch dessen Konzept zeigen zu lassen“, sagte Dahms.

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