Höfläden in MV: Reinstorf : Leben unterm Storchennest

Reingard Sauer verkauft die hofeigenen Produkte. Fotos: Dörte Rahming
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Reingard Sauer verkauft die hofeigenen Produkte. Fotos: Dörte Rahming

Hof in Reinstorf bietet eigene Produkte an

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01. Juli 2019, 12:00 Uhr

Freitag ist Backtag. Dann zieht der Duft von Brot und Kuchen durch den kleinen Laden des Storchenhofes in Reinstorf. An den anderen Tagen riecht es verführerisch nach der Räucherwurst, die an der Wand hängt. „Alles selbst gemacht“, sagt Reingard Sauer. „Sie können aber auch Filet, Braten oder Gulasch kaufen und dann zu Hause selbst zubereiten.“

„Das hier ist eine andere Art zu leben“

Seit 16 Jahren bewirtschaftet das Ehepaar Sauer den alten Dreiseithof. Sie kamen damals aus der Nähe von Berlin. Reingard Sauer war Lehrerin, ihr Mann studierte Landwirtschaft, arbeitete aber lange in ganz Europa als Projektleiter auf dem Bau. „Das hier ist eine andere Art zu leben“, sagt sie. „Wir wollten nicht mehr diese Enge mit Nachbarn überall oder arbeiten in der Großstadt.“ Als sie das alte Bauerngut übernahmen, war nicht mehr viel Gutes dran: „Das Wohnhaus wurde noch genutzt, aber die Ställe waren verfallen.“ Heute ist die Anlage denkmalgeschützt. Die Scheunen haben nach wie vor ihre Reetdächer. Und obendrauf könnten die Störche ihre Nester bauen, die dem Hof seinen Namen gaben. „Früher gab es hier ganz viele“, erzählt Reingard Sauer. „Leider bleiben sie heute nicht mehr lange, denn sie finden zu wenig zu fressen.“ Draußen sind dennoch oft Hunderte weißer Vögel zu sehen: Enten, Gänse und Hühner auf der grünen Wiese. Auch sie werden hier gezüchtet.

Uwe Sauer führt den Hof seit 16 Jahren.
Uwe Sauer führt den Hof seit 16 Jahren.
 

Der Hof direkt an der B 192 zwischen Warin und Wismar zieht viele Kunden an: Manche kommen regelmäßig und füllen ihre Eierkartons wieder auf. Ein Paar aus Brandenburg nutzt jeden Kurzurlaub in Mecklenburg, um auf dem Storchenhof vorbeizukommen, und nimmt auch gleich noch ein paar Leckereien für Freunde mit. Spezialität eins: Eierlikör zum Löffeln, angesetzt mit Eiern von den eigenen Hühnern. Spezialität zwei: Grillsauce mit einem Schluck Whisky – beides selbstverständlich selbst kreiert und selbst hergestellt. Es gibt Apfelsaft aus der eigenen Mosterei, aber in den Regalen stehen auch Honig und Senf, Tee oder Saft – regional zugekauft.

Mehr Wert auf regionale Produkte

Es kommen oft ältere Menschen, die individuelle Tierhaltung noch von früher kennen; aber auch immer mehr junge Familien, die Wert auf regionale Produkte legen. „Sie wollen wissen, woher ihr Fleisch kommt – hier können sie es sehen“, sagt Uwe Sauer. „Ob bio oder nicht, sie wollen sicher sein, dass es den Tieren gut geht.“ Und gerade die Kinder wollen diese Tiere auch gern mal sehen. Kein Problem: Auf der Weide stehen 70 Angus-Rinder – ganzjährig. Sie werden auch direkt hier geschlachtet, wenn es soweit ist. Das bedeutet wenig Stress für die Tiere und macht das Fleisch besser.

Langsam übernimmt Sohn Björn die Zügel auf dem Storchenhof. Er ist über die Jahre in diese Aufgabe hineingewachsen. Vater und Sohn ist nachhaltiges Wirtschaften wichtig.
 

Serie zu Hofläden in MV

Wir machen die Hofladentour und testen in einer neuen Serie Direktverkäufer in Mecklenburg-Vorpommern.

Bisher erschienene Teile:

> Hof Denissen in Wöbbelin
> SaBö-Hof Gut Nantrow
> Gutshof Vorder Bollhagen
> Agrargemeinschaft Holthusen
> Fischereihof Detlefsen
> Gut Gallin

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