Landgericht Neubrandenburg : Mordprozess um Leonie: Mutter als Zeugin geladen

Bürger nehmen in der Christuskirche an einer Trauerfeier zum Gedenken an das sechsjährige Mädchen, das am 12.01.2019 in Torgelow getötet wurde teil.

Bürger nehmen in der Christuskirche an einer Trauerfeier zum Gedenken an das sechsjährige Mädchen, das am 12.01.2019 in Torgelow getötet wurde teil.

Was geschah im Januar in einer Wohnung in Torgelow? Ob die Aussage öffentlich und im Beisein des angeklagten Stiefvaters passiert, wird erst zu Verhandlungsbeginn entschieden.

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21. Oktober 2019, 07:10 Uhr

Am Landgericht Neubrandenburg wird am Montag, 9.30 Uhr, der Mordprozess um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow mit der Befragung der Mutter fortgesetzt. Dem 28 Jahre alten Stiefvater wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

Anwalt will keine öffentliche Anhörung

Die Mutter ist für die Anklage die einzige Zeugin aus dem Familienhaushalt, in dem noch ein jüngerer Bruder von Leonie und ein gemeinsames Baby des Paares lebten. Ob die Anhörung öffentlich erfolgt, ist noch unklar. Nach Angaben der Kammer liegt ein Antrag ihres Anwaltes vor, die Frau hinter verschlossenen Türen zu hören. Darüber wird aber erst zu Verhandlungsbeginn entschieden.

Der Stiefvater soll das Mädchen mehrfach so misshandelt haben, dass es schwere Verletzungen erlitt und an den Folgen am 12. Januar starb. Um die Misshandlungen zu verdecken, habe er erst viel zu spät Rettungskräfte informiert, hieß es in der Anklage. Der Mann schweigt bisher vor Gericht, will sich aber nach der Anhörung der Mutter äußern.

Widersprüchliche Aussagen des Mannes

Bei Vernehmungen hatte er angegeben, dass Leonie nachmittags eine Treppe im Hausflur hinuntergestürzt sei. Das bezweifeln Ermittler aber, unter anderem wegen vieler Widersprüche in den Aussagen des Mannes. So waren die Retter erst viereinhalb Stunden nach dem angeblichen Sturz gerufen worden. Weil auch die Mutter nicht eher Hilfe geholt hatte, wird auch gegen sie wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen ermittelt.

Die Frau war nach dem Vorfall vom Landkreis mit ihrem Baby bei einem sozialen Träger untergebracht und von der Öffentlichkeit weitgehend abgeschirmt worden.

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