Landgericht Neubrandenburg : Drogen-Prozess gegen mutmaßliche Führungsfigur - Angeklagter schweigt

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Im Juni 2018 sind Objekte in drei Bundesländern durchsucht und kiloweise Drogen beschlagnahmt worden. Zwei Haupttäter wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt. Nun steht der mutmaßlich dritte Haupttäter vor Gericht.

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18. Februar 2019, 11:03 Uhr

Im Prozess um Drogenhandel in größerem Stil gegen einen 30-jährigen Mann am Landgericht Neubrandenburg schweigt der Angeklagte. „Mein Mandant wird Angaben machen, aber nicht heute“, sagte Verteidiger Peter-Michael Diestel am Montag zum Verhandlungsauftakt. Dem war ein etwa halbstündiges Rechtsgespräch vorausgegangen, ohne dass es eine Einigung gab.

Zugleich forderte Diestel die Freilassung des 30-Jährigen, da dieser bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft sitze. Das lehnte die Staatsanwaltschaft ab. Nach derzeitigem Stand sei eine „hohe Haftstrafe“ zu erwarten, sagte Staatsanwältin Daniela Röder-Rößner. Das begründe eine Fluchtgefahr.

Zwei Haupttäter haben gestanden

Dem Angeklagten aus Waren an der Müritz wird vorgeworfen, ein führendes Mitglied einer zehnköpfigen Bande gewesen zu sein, die im Juni 2018 bei einer Großrazzia aufgeflogen war. Die Kammer hat zwei andere Haupttäter der Gruppe nach Geständnissen Ende 2018 zu Haftstrafen von vier und drei Jahren verurteilt. Sie hatten gestanden, von Mitte 2017 bis Juni 2018 fast 26 Kilogramm Marihuana sowie diverse Mengen Amphetamine, Kokain, Ecstasy-Pillen und Präparate zum Muskelaufbau besorgt zu haben, um damit zu handeln.„Jeder in der Gruppe hatte seine Aufgaben, vom Ankauf bis zum Absatz“, hatte Röder-Rößner im ersten Prozess erklärt.

Der 30-Jährige soll sich als „rechte Hand des Anführers“ um Probleme in der Gruppe gekümmert haben, was Diestel aber bestreitet. In der Anklage wird dem Mann unter anderem vorgeworfen, mit einem Bekannten aus der Bundeswehrzeit eine Drogenübergabe in Rheinsberg (Brandenburg) verabredet zu haben. Auch beim Bezahlen des Mannes, der 30 000 Euro bekommen haben soll, soll der 30-Jährige dabei gewesen sein, erklärte die Staatsanwältin.

Die verurteilten Männer und der Bekannte aus der Bundeswehrzeit sollten als Zeugen in dem jetzigen Prozess aussagen, haben aber Angaben mit Verweis auf ein „Zeugnisverweigerungsrecht“ abgelehnt.

Ein Großteil der Drogen war bei der Razzia ab 18. Juni 2018 an der Mecklenburgischen Seenplatte, in Nordbrandenburg und Hamburg beschlagnahmt worden. Der Prozess wird am 25. Februar fortgesetzt.

Als letzter Verhandlungstag ist bisher der 6. März geplant.

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