Mecklenburg-Vorpommern : Erste Lockerungsschritte beschlossen

urn_binary_dpa_com_20090101_200415-90-023156-FILED.jpeg

Langsam soll es in MV zurück in die Normalität gehen: Läden dürfen ab Montag wieder öffnen, die ersten Schüler am 27. April zurück in die Schulen. Der Tourismus muss aber noch warten.

von
16. April 2020, 15:41 Uhr

Die Landesregierung in Schwerin hat den Weg für erste Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern frei gemacht. Einen Tag nach der Bund-Länder-Verständigung beschloss das Kabinett am Donnerstag ein Maßnahmenpaket, mit dessen Hilfe das Leben wieder langsam in die Innenstädte zurückkehren soll. So dürfen bei begrenzter Verkaufsfläche und mit strengen Hygieneauflagen ab 20. April alle Geschäfte im Land öffnen, ebenso Zoos und Sportstätten. Bau- und Gartenmärkte dürfen schon von Samstag an wieder Kunden empfangen.

„Wir wollen dafür sorgen, dass Mecklenburg-Vorpommern wieder an Fahrt gewinnt, wirtschaftlich und sozial, aber gleichzeitig auch die Gesundheit der Bevölkerung geschützt wird“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach einer mehrstündigen Beratung mit ihren Ministern.

Schulbeginn schon im April

Früher als in vielen anderen Bundesländern soll in Mecklenburg-Vorpommern schon am 27. April der Schulunterricht wieder aufgenommen werden, beginnend mit den Abschlussklassen an Regionalen Schulen, Gymnasien und Berufsschulen. Eine Woche später sollen die Schüler folgen, die im kommenden Jahr ihre Abschlussprüfungen schreiben: die 9. Klassen an den Regionalen Schulen und die 11. Klassen an den Gymnasien. Auch die Viertklässler sollen am 4. Mai in die Schule zurückkehren, weil bei ihnen der Wechsel auf die weiterführende Schule ansteht, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) erklärte. Die Klassenstärke werde jeweils reduziert und der Unterricht an die besonderen Umstände angepasst.

Dabei sollen Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder bei denen ein Familienmitglied einer Risikogruppe angehört, von der Schulpflicht ausgenommen werden. Für diese Kinder und Jugendlichen werde es andere Lösungen geben. Es dürfe niemand gefährdet werden, betonte Martin.

Geplant ist auch eine erweiterte Regelung für die Notfallbetreuung von Kindern in Kitas und Horten. Alle Maßnahmen zusammen sollen in einem „MV-Plan“ verankert werden, der durch Verordnungen untersetzt wird.

Keine Groß-Events bis Ende August

Basis sind die am Mittwoch zwischen Bund und Ländern getroffenen Vereinbarungen. Dort war auch festgelegt worden, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August in Deutschland nicht stattfinden dürfen. Daraufhin wurden am Donnerstag weitere Groß-Events im Nordosten abgesagt, darunter die Störtebeker-Festspiele auf Rügen und das Piraten Open Air in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg). Bereits zuvor waren die Hanse Sail in Rostock, die Opernaufführung bei den Schlossfestspielen in Schwerin oder das alternative Fusion-Festival in Lärz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) abgesagt worden.

Gastronomie und Tourismus müssen mit Lockerungen noch warten, was zu Kritik aus der Branche führte. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern äußerte sich enttäuscht darüber, dass das Reise- und Übernachtungsverbot bis zunächst 3. Mai verlängert wurde. Es gebe noch keine Aussicht, wie es für die Branche weitergehen werde, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Wenn es Anfang Mai keine klare Richtung für den Tourismus gebe, werde sich Resignation breit machen. Der zuständige Minister Harry Glawe (CDU) zeigte einen vorsichtigen Weg auf - abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen, wie er betonte. Nach dem 3. Mai könne darüber gesprochen werden, Gaststätten und Hotels zunächst eventuell mit der halben Kapazität wieder anzufahren.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen