Corona in Mecklenburg-Vorpommern : Diese Änderungen wurden am Dienstag beschlossen

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Nach der Öffnung des Landes für Touristen aus anderen Bundesländern am 25. Mai seien die Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus nicht in die Höhe gegangen.

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09. Juni 2020, 07:41 Uhr

Die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern dürfen ab Montag wieder alle Betten belegen. Nach der Öffnung des Landes für Touristen aus anderen Bundesländern am 25. Mai seien die Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus nicht in die Höhe gegangen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Beratung des Kabinetts mit Vertretern der Kommunen und der Wirtschaft in Schwerin. Das rechtfertige die Freigabe. Mindestabstände und Vorsichtsmaßnahmen müssten eingehalten werden. Restaurants dürfen bis Mitternacht öffnen.

 

Klagen waren gescheitert

Bisher durften die Hotels nur 60 Prozent ihrer Betten vermieten. Viele waren damit nicht zufrieden, einige Hotels traten sogar aus dem Arbeitgeberverband Dehoga aus. Klagen gegen die 60-Prozent-Regelung scheiterten aber vor dem Oberverwaltungsgericht Greifswald. Der Tourismus ist wichtig für Mecklenburg-Vorpommern. Jeder fünfte Arbeitsplatz hängt davon ab.

Weiterlesen: Mecklenburg-Vorpommern empfängt wieder Gäste aus den Bundesländern

Der Tourismus war Mitte März zum Erliegen gekommen, nachdem Hotels und Pensionen für Urlauber geschlossen worden waren. Seit dem 18. Mai öffnen Mecklenburg-Vorpommerns Ferienbetriebe langsam wieder. Zunächst durften nur Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern anreisen, seit dem 25. Mai auch Touristen aus ganz Deutschland.

Bars und Kneipen dürfen vom 15. Juni an wieder öffnen

Bars und Kneipen in Mecklenburg-Vorpommern können unter Auflagen von Montag an wieder öffnen. Diese und auch Restaurants dürfen dann bis Mitternacht öffnen, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Beratung der Landesregierung mit den Kommunen sagte. Diskotheken und Clubs müssten weiterhin geschlossen bleiben. Zuvor durften Restaurantbetreiber ihre Gäste nur bis 23 Uhr bewirten.

In Diskotheken und Clubs sei es schwierig Abstand zu halten, betonte Schwesig. „Aber auch hier haben wir uns verständigt, dass Konzepte erstellt und geprüft werden sollen.“ Ein konkretes Datum, ab wann diese Bereiche wieder öffnen könnten, nannte sie zunächst nicht.

Restaurants und Cafés im Nordosten dürfen bereits seit Anfang Mai wieder öffnen. Deren Öffnungszeiten wurden schrittweise erweitert.

Mitarbeiter müssen dort eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Eine Person pro Gästegruppe muss sich in eine Liste eintragen und Kontaktdaten hinterlassen. Diese Listen müssen von den Betreibern mehrere Wochen aufbewahrt werden.

Konzerthäuser und Theater dürfen am 13. Juni wieder öffnen

Konzerte und Theateraufführungen dürfen von Samstag an in Mecklenburg-Vorpommern wieder stattfinden. Möglich seien kleine Veranstaltungsformate, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Beratung der Landesregierung.

Die Mindestabstände zwischen den Menschen müssten eingehalten werden.

Die Theater und Konzerthäuser waren Mitte März geschlossen worden, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Die Theatersaison wurde vorzeitig für beendet erklärt.

Den Auftakt des Neustarts machen nach Worten von Schwesig die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Samstag. Mitglieder der NDR Radiophilharmonie geben ein kammermusikalisches Konzert in der Neubrandenburger Konzertkirche, das live im Internet übertragen wird.

Die Theater und Orchester GmbH (TOG) Neubrandenburg/Neustrelitz hat schon angekündigt, die coronabedingt unterbrochene Spielzeit ab 19. Juni mit einem „Sommer-Intermezzo“ wieder aufzunehmen. Geplant sind unter anderem Konzerte mit Teilen der Neubrandenburger Philharmonie.

Das Volkstheater Rostock hat bereits am Montag einen Mini-Betrieb im Freien gestartet. Auf dem Vorplatz vor dem Theater wird zunächst bis 12. Juni täglich ein einstündiger „Kunsthappen“ aufgeführt. Bei der „Happy Hour“ sollen Gäste auf die Produktionen eingestimmt werden, die ab August angeboten werden sollen.

Ferienbetreuung im Hort für alle Kinder möglich

Die Schulhorte in Mecklenburg-Vorpommern bieten wegen der niedrigen Corona-Infektionszahlen in den Sommerferien eine Ferienbetreuung für alle Kinder von täglich sechs Stunden an. Eltern, die im Tourismus oder in Schichten arbeiten und mehr als sechs Stunden Betreuung benötigen, könnten auch zehn Stunden beantragen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Beratung der Landesregierung mit den Kommunen.

Die Zusatzkosten dafür übernehme das Land. Die zehn Stunden könnten gewährt werden, wenn die Kapazitäten vor Ort es hergäben. Es sei eine große Herausforderung für die Träger.

Die reguläre Ferienbetreuung sei ein wichtiger Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagte Schwesig. Die Sommerferien beginnen im Nordosten am 22. Juni.

Bisher ist die Hortbetreuung in Mecklenburg-Vorpommern noch sehr eingeschränkt. Vorrangig werden Kinder der ersten und zweiten Klasse betreut. Viele berufstätige Eltern von Grundschulkindern haben deshalb mit Sorge auf die bevorstehenden sechswöchigen Sommerferien geblickt.

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