Kontaktbeschränkungen MV : Polizei zufrieden mit leeren Promenaden im Land

Leere Strände, leere Promenaden, leere Cafés. An diesen Zustand wird sich Mecklenburg-Vorpommern wohl noch eine Weile gewöhnen müssen.

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04. April 2020, 18:35 Uhr

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich nach Einschätzung der Polizei am ersten offiziellen Osterferientag weitgehend an die Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen gehalten. An allen Stränden, inklusive dem bei Tagesausflüglern besonders beliebten in Warnemünde, waren trotz des meist strahlenden Frühlingswetters kaum Fußgänger zu sehen. Hin und wieder musste aber eine Grillparty aufgelöst werden.

An den Stränden im Amt Mönchgut-Granitz auf Rügen zwischen Göhren, Baabe und Sellin wurde gar eine Drohne der Feuerwehr zur Kontrolle der Einschränkungen im öffentlichen Leben genutzt. Die Drohne könne mit ihrer Wärmebildkamera auch Grillpartys erkennen, hieß es.

Bis Samstagabend lagen keine Erkenntnisse über Zurückweisungen von Menschen aus anderen Bundesländern vor. Diese dürfen bereits seit Mitte März nicht mehr als Touristen nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Die jüngst ausgesprochenen Beschränkungen werden über Ostern auch für Einheimische verschärft. So sind über die Feiertage Tagesausflüge zu beliebten Badeorten an der Küste oder in der Seenplatte allen untersagt.

Verkehr gibt es offensichtlich aber in die andere Richtung.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) forderte am Samstag die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auf, nicht in die geöffneten Bau- und Gartenmärkte in Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen zu fahren. Die Bürger sollten an ihre Gesundheit und an die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern denken, sagte Glawe dem Sender NDR 1 Radio MV. Die Menschen sollten eher die heimische Wirtschaft stärken. Die Baumärkte im Nordosten seien nicht geschlossen, betonte der Minister. Die Waren könnten bestellt und abgeholt werden.

Bis Freitag über 500 Infizierte

Die Zahl der Coronavirus-infizierten Menschen in MV lag am Sonnabend bei 523, die Zahl der Toten bei fünf. 72 Menschen mussten den Angaben zufolge im Krankenhaus behandelt werden, zwölf davon auf einer Intensivstation. Inzwischen sind landesweit fünf Wohnanlagen für alte Menschen vom Coronavirus betroffen. Sie liegen in Schwerin, Rostock, Ahlbeck und Bad Doberan.

Das Verbot von Urlaubsreisen zu Ostern in der Corona-Krise trifft insbesondere die Tourismuswirtschaft hart. „Die Ausgangslage war eigentlich gut. Über die Osterfeiertage wäre mindestens eine Viertelmillion Gäste gekommen“, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. „Insgesamt hätten die Osterferien sicher zwei Millionen Übernachtungen gebracht.“ Die Unternehmen seien dabei, einen Überlebensmodus zu finden.

Hilfe für bei digitaler Ausstattung

Als Konsequenz aus den jüngsten Erfahrungen mit der Corona-bedingten Zwangsumstellung auf Online-Unterricht dringt Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) auf staatliche Hilfen für Kinder aus bedürftigen Familien ohne Laptop, Computer oder Tablet. Weil diesen Schülern teilweise der Online-Zugang zu Unterrichtsmaterial fehle, könnten sie nicht am digitalen Lernen teilnehmen, schreibt Martin in einem Brief an Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD).

Das Fehlen von Tablets und Laptops sei für diese Gruppe von Kindern und Jugendlichen nicht nur eine Hürde in der aktuell durch die flächendeckenden Schulschließungen geprägten Situation, sondern mit Blick auf den digitalen Wandel ein prinzipielles Problem.

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