Ab dem 27. April : Kinder-Notbetreuung auf weitere Berufsgruppen ausgeweitet

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Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) erklärte, die Regelungen für die Kitas gälten auch für die Notbetreuung für Schüler bis zur sechsten Klasse.

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17. April 2020, 13:03 Uhr

Die Notbetreuung für Kita-Kinder und Schüler bis zur sechsten Klasse wird ab 27. April deutlich ausgeweitet. Dann dürfen zum Beispiel die Kinder von Erziehern und Mitarbeitern ambulanter Pflegedienste, von Post- und Paketzustellern sowie von Mitarbeitern der Regierung und der Parlamente auf Antrag in die Kita gebracht werden, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Freitag mitteilte. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) erklärte, die Regelungen für die Kitas gälten auch für die Notbetreuung für Schüler bis zur sechsten Klasse.

Erweiterung der systemrelevanten Bereiche

Als systemrelevante Bereiche gelten demnach künftig auch die veterinärmedizinische Notfallversorgung, die Krankenkassen, bestimmte Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe, die Schwangerschaftskonfliktberatung, Beratungsstellen im Frauen- und Kinderschutz, soziale Kriseninterventionseinrichtungen, das Finanz- und Versicherungswesen, der Flug- und Schiffsverkehr, die Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie bestimmte Bereiche in Informationstechnik und Telekommunikation.

Das Sozialministerium nennt weiterhin die Straßenmeistereien und Straßenbetriebe sowie Reinigungsdienste für die kritische Infrastruktur, außerdem unabkömmliche Lehrkräfte an Schulen, Hebammen, Rechtsanwälte und Kindertagespflegepersonen.

Gruppen umfassen im Schnitt fünf Kinder

Die zuständigen Behörden rechnen laut Sozialministerium damit, dass 20 bis 25 Prozent der Kita-Kinder mit der ausgeweiteten Notfallbetreuung in die Kitas kommen könnten. Bisher sind es rund 4 Prozent. Die Gruppen sollen wie bisher im Schnitt fünf Kinder umfassen, um den Hygieneschutz erfüllen zu können.„Wir öffnen die Kitas gezielt und mit Augenmaß“, sagte Drese. „Der Infektionsschutz aller Beschäftigten in der Kindertagesförderung hat weiterhin oberste Priorität.“

Bei der Erweiterung der systemrelevanten Berufsgruppen habe sich das Ministerium an Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik zur Bestimmung kritischer Infrastrukturen gehalten. In besonderen Härtefällen könnten die Jugendämter auch Ausnahmen bei berufstätigen Alleinerziehenden gewähren, wenn diese nicht in einem systemrelevanten Beruf arbeiten.

Mehr zum Thema: Linke fordert Notfallbetreuung für Kinder Alleinerziehender

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