Bildungsministerium MV : Kritik an fehlenden Desinfektionsmitteln in Schulen

Ausverkauft: Desinfektionsmittel sind in Bützower Apotheken nicht mehr zu bekommen. Aber auch mit normaler Seife kann man sich die Hände gründlich genug reinigen.

Ausverkauft: Desinfektionsmittel sind in Bützower Apotheken nicht mehr zu bekommen. Aber auch mit normaler Seife kann man sich die Hände gründlich genug reinigen.

Der Hygiene-Erlass des Bildungsministeriums sieht keine Handdesinfektionsmittel auf den Schultoiletten in Mecklenburg-Vorpommern vor. Das ruft Kritik hervor. Für Schulbusse werden Begleiter gefordert.

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20. April 2020, 11:29 Uhr

Der Hygieneplan des Bildungsministeriums für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Auffassung der Lehrergewerkschaft VBE lückenhaft. So sollen die Schulen nicht mit Handdesinfektionsmitteln für die Schultoiletten versorgt werden, wie der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin sagte. „Das hat uns überrascht. Das sieht in anderen Bundesländern anders aus.“

Weiterlesen: Hände in den Schulen desinfizieren oder nicht?

Das Bildungsministerium hält - nach Konsultation mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales sowie Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Rostock - eine Hände-Desinfektion in der Schule nicht für notwendig. Die Experten hätten erklärt, dass die Gefahren die Vorteile überwiegen würden, sagte Ministeriumssprecher Henning Lipski. „Am wichtigsten ist, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen.“ Der Hygieneplan des Ministeriums sieht unter anderem vor, dass die Pausen der einzelnen Klassen versetzt stattfinden sollen und dass Lehrer den Zugang zur Toilette kontrollieren. So soll vermieden werden, dass sich zu viele Schüler in den Toilettenräumen aufhalten.

Vorgeschrieben sind Spender mit Flüssigseife und Einmalhandtücher.

Wenn Ladengeschäfte Handdesinfektionsmittel für ihre Kunden bereitstellen, muss das ja einen Sinn haben. Michael Blanck, Lehrergewerkschaft VBE

Für die Schulbusse forderte Blanck Begleitpersonen. Sie müssten darauf achten, dass die Schüler den geforderten Mindestabstand zueinander einhalten. Das könne man dem Busfahrer nicht aufbürden, der auf den Verkehr achten müsse.

Dieser Forderung schloss sich die Linke im Landtag an. „Es kann nicht Aufgabe des Busfahrers oder der Busfahrerin sein, darauf zu achten, dass sich alle Gäste an die Vorschriften, zum Beispiel an das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes halten“, sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Lehrer sollten die Aufgabe aber nicht noch zusätzlich übernehmen. Oldenburg forderte die Landesregierung auf, die Schulwegbegleitung auf den gesamten Personennahverkehr auszudehnen.

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