SPD in MV : Kein Wahlglück – mehr Mitglieder

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Sozialdemokraten mit 3100 Mitgliedern auf Zehn-Jahres-Hoch. Zuwächse auch bei anderen Parteien

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11. Juni 2019, 05:00 Uhr

Die teilweise niederschmetternden Ergebnisse der letzten Wahlen für SPD, CDU und Linke müssen verdaut werden – wobei die Spitzenpolitiker der betroffenen Parteien nicht allein gelassen werden. Die Mitglieder erweisen sich als treu, wie eine Umfrage ergab.

Die Sozialdemokraten erfreuen sich sogar, über längere Sicht betrachtet, eines Zuwachses. Zwar zählte Landesgeschäftsführer Steffen Wehner seit den Wahlen vom 26. Mai zwölf Austrittsschreiben bei sechs Beitritts-Anträgen. Aber er bleibt zufrieden, sehr zufrieden sogar. „Über Jahre hatten wir stabil rund 2800 Mitglieder“, sagt Wehner. Seit Anfang 2018 sei diese Zahl auf rund 3100 Mitglieder gestiegen. „Dies entspricht einem Zehn-Jahres-Hoch.“

Zuwächse verzeichnen auch andere, kleinere Parteien. Die Grünen hatten nach Worten ihrer Landesvorsitzenden Ulrike Berger am Wahlsonntag 832 Mitglieder nach 693 vor einem Jahr.

Bürger wollen sich mehr politisch engagieren

„Themen wie die Klimakrise und sozialer Zusammenhalt sowie unsere klare Haltung in vielen politischen Fragen führen dazu, dass sich Menschen stärker politisch engagieren wollen“, meint Berger. Das habe auch mehr Leute dazu gebracht, für die Grünen bei der Kommunalwahl zu kandidieren. „2019 hatten wir 37 Prozent mehr Kandidaturen im Vergleich zu 2014.“

Die AfD legt nach Worten ihres Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm seit 2013 kontinuierlich an Mitgliedern zu. „Wir haben derzeit mehr als 820 und verzeichnen seit Jahresbeginn über 60 Neuaufnahmen.“

Die FDP freut sich auch über einen positiven Trend bei der Mitgliederentwicklung, wie Landesgeschäftsführerin Doreen Siegemund sagt. „Der Mitgliederbestand liegt aktuell bei 702 Mitgliedern. Im Juni 2018 hatten wir 694 Mitglieder.“ In den vergangenen Tagen seien sechs neue Mitglieder aufgenommen worden, bei 15 Interessenten laufe ein Aufnahmeverfahren. „Im Gegenzug hatten wir seit dem 26. Mai nur einen Austritt, ohne Begründung“, so Siegemund.

Werbe-Kampagnen bescheren Neueintritte

Mit leicht sinkenden Mitgliederzahlen sind die beiden größten Parteien im Land, die CDU und die Linke konfrontiert. Letztere hat derzeit 3490 Mitglieder, zu Jahresbeginn waren es 3579. Landesgeschäftsführer Sandro Smolka gibt sich dennoch optimistisch: „Wir verzeichnen seit dem Kommunal- und Europawahlkampf einen leichten Zuwachs an Eintritten.“ Zudem habe die Partei mit der Kampagne „Die Linke bringt Dich auf den Stimmzettel“ knapp 200 parteilose neue Kandidaten gewinnen können, auf ihren Listen bei der Kommunalwahl zu kandidieren.

Die CDU hat aktuell 5133 Mitglieder. „Das sind geringfügig weniger (minus 30) als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr“, erklärt Chris Puschmann von der Landesgeschäftsstelle. „Im Zeitraum von Mai 2018 bis heute haben wir insgesamt 230 Eintritte zu verzeichnen. Davon die Hälfte im Jahr 2019.“ Besonders im Zuge der Kommunalwahlvorbereitung und der gerade laufenden Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms habe es Neueintritte gegeben. Seit der Kommunalwahl seien bislang 20 Eintritte und fünf Austritte registriert worden.

Die Freien Wähler haben laut Landesvorsitzendem Gustav Graf Westarp 86 Mitglieder. „Eine Zahl, mit der wir im Vergleich zu anderen sicher noch keinen großen Staat machen können“, wie er sagt. „Aber wir haben in unserem Landesverband fast 1000 Unterstützer organisiert.“

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