Wohnen : Kein Bauboom in MV - Wohnungsbauland und Personal fehlen

Mehr öffentliche Bauaufträge, aber ein starker Rückgang beim Wohnungsbau - einen Bauboom erlebt Mecklenburg-Vorpommern gerade nicht. Beim Umsatz hinkt die Branche im Land deutlich hinterher, sagt der Bauverband.

svz.de von
23. November 2018, 16:15 Uhr

Von einem Bauboom im Land kann nach Einschätzung des Bauverbands Mecklenburg-Vorpommern keine Rede sein. Die Umsatzsteigerung sei gering und hinke der deutschlandweiten Entwicklung weit hinterher, teilte der Verband am Freitag in Schwerin mit. Das Umsatzplus habe im September 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt betragen.

Der leichte Aufwärtstrend sei vor allem Aufträgen der öffentlichen Hand zu verdanken, der Nachholbedarf bei Investitionen sei enorm. Die Umsatzsteigerung bei öffentlichen Aufträgen beträgt demnach fast 22 Prozent, im Wirtschaftsbau sind es 4,3 Prozent. Dagegen sei der Umsatz beim Wohnungsbau von Januar bis September um fast 20 Prozent zurückgegangen. Der Bauverband forderte, dass Städte und Gemeinden Bauland zur Verfügung stellen und die Planungen für neue Wohngebiete vorantreiben, um der Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden.

Wohnungsbau ist „Armutszeugnis“

Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, sagte, 20 Prozent Rückgang beim Wohnungsbau seien ein Armutszeugnis. Neben ausgewiesenem Bauland fehle es an attraktiven Förderprogrammen. „Ohne staatliche Unterstützung sind aber bezahlbare Wohnungen nicht zu errichten“, sagte er. Zudem stiegen die Preise in der Bauwirtschaft nach wie vor ungebremst und es fehle Personal. „Selbst wer bauen will, hat Schwierigkeiten, Baufirmen unter Vertrag zu nehmen“, sagte der Verbandschef.

Doch die Baubranche stellte trotz der geringen Umsatzsteigerung von Januar bis September mehr Leute ein als im Vorjahreszeitraum. Die Beschäftigung wuchs um 6,4 Prozent. Die Angaben des Bauverbands beziehen sich stets auf Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten.

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