Mecklenburg-Vorpommern : Werden dieses Jahr Jugendweihen gefeiert?

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Für Tausende Jugendliche sind die Jugendweihefeiern in diesem Jahr verschoben worden. Teilweise auch in den August. Ist der Termin zu halten? Der Jugendweiheverein fordert nun klare Ansagen von der Politik.

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29. April 2020, 09:27 Uhr

Wird es im Sommer Jugendweihefeiern geben oder nicht? Der Jugendweiheverein Mecklenburg-Vorpommern kann auf die Frage bislang keine konkrete Antwort geben. „Wir schweben im Moment zwischen Baum und Borke und wissen nicht, ob und unter welchen Bedingungen wir unsere Feiern ausrichten können", sagte Geschäftsführer Jörg Ahlgrimm der Deutschen Presse-Agentur. Zu den Feiern kommen in der Regel zwischen etwa 300 bis 800 Gäste.

Etwa 60 Jugendweihefeiern in August verschoben

Zuletzt wurden wegen der Kontaktverbote zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus bereits alle April- und Mai-Feiern verschoben - etwa 60 davon auch in den August. Bis Ende August sind allerdings Großveranstaltungen ab 1000 Menschen verboten, kleinere Veranstaltungen lediglich unter Auflagen möglich. Unter welche Regelungen Jugendweihefeiern in MV fallen, wisse Ahlgrimm jedoch nicht. Konkrete Ansagen und Vorgaben aus Schwerin habe es bislang dazu noch nicht gegeben.

Wir brauchen dringend ein ganz klares Wort von der Politik. Jörg Ahlgrimm, Geschäftsführer Jugendweiheverein MV
 

Der Verein ist der mit Abstand größte Anbieter von Jugendweihen im Nordosten. Allein beim Jugendweiheverein MV haben sich dieses Jahr knapp 5000 Mädchen und Jungen zur Jugendweihe angemeldet, etwa 350 Feiern werden dafür organisiert. Die Feierstunden beginnen üblicherweise traditionell in MV am Ostersamstag und ziehen sich bis Pfingsten. In diesem Jahr ist der Herbst dafür wahrscheinlicher. Viele Eltern hofften dagegen auf einen Sommertermin, „damit die bereits gekaufte Jugendweihe-Kleidung auch noch passt".

Verschieben der Feiern auf 2021 nur schwer möglich

Der Verein sei auch bereit, ein Hygienekonzept zu erarbeiten. So sei die Regelung Mundschutz in Saal und nicht auf der Bühne denkbar, auch auf eine freiwillige Selbstbeschränkung von 500 Teilnehmern könne sich der Verein einlassen. „Was nicht geht, ist eine Abstandsregelung von 1,50 Meter im Festsaal." Ein Verschieben der Feiern auf 2021 sei nur sehr schwer möglich. „Das können wir nicht leisten", der Aufwand sei für den kleinen Verein zu hoch und das sei auch mit Blick auf die nötigen Räumlichkeiten und die Dienstleister nicht zu schaffen.

Wichtiges Geschäft auch für Hotels und Gaststätten

Im Anschluss an die Feier, die für die Jugendlichen die Schwelle zum Erwachsensein markiert, feiern die Familien mit ihren Gästen in der Regel noch ihre eigenen Feste. Ein wichtiges Geschäft auch für Hotels und Gaststätten. Auch für sie fällt damit nun eine wichtige Einnahmequelle weg. „Die Jugendweihe- und Konfirmationsfeiern sind ein wichtiger Bestandteil des Frühjahrsgeschäftes", sagte Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), in Rostock der dpa.

Verluste nicht wieder aufzuholen

Der Verlust dieses Geschäftes sei auch nicht wieder aufzuholen, wenn die Feiern in den Herbst verschoben werden. „Wir haben bedauerlicherweise keine Nachholeffekte. Der Gast, der heute nicht kommt, wird beim nächsten Mal nicht zweimal essen." Zudem könnten Sitzplätze in den Gaststätten und Betten in den Hotels nicht doppelt belegt werden. „Das ist für immer verlorener Umsatz", so Dettmann weiter.

Er ging davon aus, dass mindestens ein Drittel der etwa 6000 Betriebe ohne weitere staatliche Mittel die Corona-Krise nicht überleben wird. „Die derzeitigen Hilfen reichen bei Weitem nicht."

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