Mecklenburg-Vorpommern : Interims-CDU-Landeschef Rehberg kritisiert Amthors Lobby-Tätigkeit

Seit seinem Einzug in den Bundestag vor drei Jahren hat sich Philipp Amthor so nach und nach ein gewisses Standing erarbeitet.
Seit seinem Einzug in den Bundestag vor drei Jahren hat sich Philipp Amthor so nach und nach ein gewisses Standing erarbeitet.

Rehberg, der ebenfalls Mitglied des Bundestags ist, forderte seinen Parteikollegen auf, für vollständige Aufklärung zu sorgen. Doch es gibt auch Rückendeckung.

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15. Juni 2020, 13:47 Uhr

Nach Bekanntwerden seiner Tätigkeit für eine US-Firma sieht sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor aus Vorpommern auch Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. „Das war nicht gerade klug und clever, was er gemacht hat“, sagte der kommissarische Landesvorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommerns, Eckhardt Rehberg, am Montag.

Rückblickend ein Fehler

Rehberg, der ebenfalls Mitglied des Bundestags ist, forderte seinen Parteikollegen auf, für vollständige Aufklärung zu sorgen. Amthor, der für die vakante Position des CDU-Landeschefs kandidiert, wird nach Angaben Rehbergs zur Landesvorstandssitzung am Freitag in Güstrow erwartet. Dort werde über das weitere Vorgehen bei der Vorstandswahl beraten.

Weiterlesen: Amthor: „Es war ein Fehler “

Amthor hatte am Freitag seine Arbeit für eine US-Firma rückblickend als einen Fehler bezeichnet. Zwar habe er seine Nebentätigkeit für das Unternehmen bei Aufnahme im vergangenen Jahr der Bundestagsverwaltung offiziell angezeigt. „Gleichwohl habe ich mich politisch angreifbar gemacht und kann die Kritik nachvollziehen. Es war ein Fehler“, hatte Amthor erklärt.

Liskow sieht Amthor weiter als neuen CDU-Landeschef

Die junge Generation in der CDU Mecklenburg-Vorpommerns steht nach Angaben des Greifswalder Kreisvorsitzenden Franz-Robert Liskow ungeachtet der Diskussionen um Philipp Amthor zu dem 27-jährigen Kandidaten für den Landesvorsitz. Auch er sei durch die Berichte über Amthors Tätigkeit für eine US-Firma überrascht worden. Doch habe dieser nicht lange „rumgedruckst“ und den Fehler eingeräumt, sagte Liskow am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin.

Keine grundlegenden Zweifel an Eignung

„Philipp Amthor hat nach wie vor meine ganze Unterstützung und auch mein Vertrauen.“ Das Thema treibe die Partei um, doch habe er bislang keine grundlegenden Zweifel an der Eignung Amthors für das CDU-Spitzenamt vernommen.

Liskow, der im Landtag sitzt und dem Landesvorstand seiner Partei angehört, hatte mit einer Reihe anderer junger CDU-Politiker nach dem überraschenden Rücktritt von Ex-Landesparteichef Vincent Kokert die Kandidatur Amthors massiv mit vorangetrieben. Amthor sei ein großes politisches Talent, sagte der 33-jährige Liskow.

„Unglückliches Bild“ in der Öffentlichkeit

„Mann muss aber einem jungen Abgeordneten, der er ja noch immer ist, auch die Möglichkeit geben, mal einen Fehler zu machen und dann auch dazu zu stehen.“ Wichtig sei, dass daraus die richtigen Lehren gezogen werden. Zudem verwies Liskow darauf, dass Amthors Aktivitäten für das US-Unternehmen im Vorfeld juristisch sauber abgeklärt worden seien, räumte zugleich aber ein, dass der ganze Vorgang ein „unglückliches Bild“ in der Öffentlichkeit abgebe.

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