Kultur in MV : Immer weniger Ehrenamtler: Museumsverband schlägt Alarm

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Viele Museen setzen auf die Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter. Doch was, wenn dieses Engagement wegfälltt?

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20. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Der Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern warnt vor den Folgen einer dramatischen Entwicklung beim Ehrenamt in der Museumsarbeit. „Wir befürchten, dass in Museen, die rein ehrenamtlich organisiert werden, in den nächsten zehn Jahren ein Notstand eintritt“, sagte die Vorsitzende Kathrin Möller der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Herbsttagung des Verbandes am Sonntag und Montag in Plau am See (Landkreis Ludwigslust-Parchim). „Wir hatten nach der Wende die Situation, dass viele frühverrentet wurden, sich engagiert haben und in die Kulturlandschaft gegangen sind“, erklärte sie. Diese Generation sterbe aus und wachse schwer nach.

Mehr als 40 Prozent ehrenamtliche Mitarbeiter in Museen

Die Kommunen müssten daher noch stärker für diese Problematik sensibilisiert werden, betonte Möller.

Entweder werden Stellen tatsächlich geschaffen und aus der ehrenamtlichen in die hauptamtliche Hand übergeben oder wir werden Kulturinstitutionen haben, die wegsterben, also die schließen müssen. Kathrin Möller, Vorsitzende des Museumsverbandes MV
 

Der Verband geht davon aus, dass in mehr als 40 Prozent der Museen des Landes ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind (Stand 2014: 41,9 Prozent, Quelle: Institut für Museumsforschung). Sie beobachte an bestimmten Museen eine starke Überalterung der Mitarbeiter, sagte Möller. Das Problem bestehe deutschlandweit, Gründe dafür lägen etwa im steigenden Renteneintrittsalter.

Museen auf Notfälle vorbereiten

Neben dem Thema „Freunde und Helfer“ hat der Verband auch akute Notfälle auf das Programm seiner Tagung gesetzt. Was passiert in Notfällen, wenn ein Brand ausbricht oder es einen Einbruch gibt, wie organisiert man ganz schnell Hilfe für die kulturgutbewahrenden Einrichtungen - um Prävention soll es dabei ebenso gehen wie um spezielle Maßnahmen. Müsse eine Feuerwehr etwa zum Brand auf einem Traditionsschiff ausrücken, sei das ein besonderer Einsatz, auf den sie vorbereitet sein sollte, erklärte Möller, die das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock leitet.

Der 1990 als Selbsthilfeorganisation gegründete Verband zählt 222 Mitglieder, darunter - neben Einzelpersonen -  180 Museen. Seit 2017 betreibt er mit Unterstützung des Landes die Fachstelle Museum, die mit Weiterbildungen und Museumsberatungen die musealen Einrichtungen des Landes unterstützt und qualifiziert.

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