Imkern wieder im Trend : Gute Honigernte nach Supersommer

Imkerbetriebe sind mit der Honigernte in diesem Jahr zufrieden.
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Imkerbetriebe sind mit der Honigernte in diesem Jahr zufrieden.

Die Imker gehören neben den Winzern zu den wenigen Produzenten unter freiem Himmel, die mit dem vergangenen Sommer sehr zufrieden waren. Es gibt reichlich und guten Honig.

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11. November 2018, 20:00 Uhr

Obwohl die Imker im Supersommer 2018 eine sehr gute Honigernte eingebracht haben, hält die Tendenz zu steigenden Preisen an. Vor allem in den Tourismusregionen seien gute Preise zu erzielen, sagte der Vorsitzende des Landesimkerverbandes, Torsten Ellmann, am Rande des Imkertags Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag in Linstow (Landkreis Rostock). Der Honig 2018 sei aber auch besonders gut und zeichne sich durch eine große Sortenvielfalt aus. „Die Blüten sind nicht durch Regen zerstört worden“, sagte Ellmann. So gebe es dieses Jahr auch Robinienhonig und den seltenen Honigtau-Honig. Als Honigtau werden die auf Blättern zu findenden Ausscheidungen von Insekten bezeichnet, die an Pflanzen saugen. Er wird von Bienen aufgenommen und wie Blütennektar verarbeitet. Heidehonig gebe es dieses Jahr jedoch nicht - die Heide sei im Sommer vertrocknet.

Honigtau liegt auf den Blättern einer Linde.
Andrea Warnecke/dpa

Honigtau liegt auf den Blättern einer Linde.

 

Agrarminister Till Backhaus (SPD) schätzt den Ertrag der Imker im Land in diesem Jahr weit über dem Durchschnitt von 700 Tonnen. Das sei insbesondere mit Blick auf das Vorjahr 2017, in dem die schlechteste Honigernte seit 20 Jahren eingefahren wurde, eine erfreuliche Nachricht. Nach seinen Angaben sind im Land knapp 2700 Berufs- und Hobby-Imker mit rund 26 600 Bienenvölkern gemeldet. Das seien 98 Bienenhalter und 85 Völker mehr als vor einem Jahr. Auch in Städten wie Rostock oder Schwerin sei ein Trend zum Ansiedeln von Bienenvölkern erkennbar, etwa in Zoos oder auf begrünten Dächern.

Der Demeter-Imker Mirko Lunau aus Cambs erntet auf dem Dach des Schlosses den Honig eines Bienenstocks. Nach Angaben des Landtags wurden aus insgesamt fünf Stöcken insgesamt rund 120 Kilogramm Honig geerntet.
Foto: Marek Majewsky/dpa

Der Demeter-Imker Mirko Lunau aus Cambs erntet auf dem Dach des Schlosses den Honig eines Bienenstocks. Nach Angaben des Landtags wurden aus insgesamt fünf Stöcken insgesamt rund 120 Kilogramm Honig geerntet.

 

Im Landesverband sind derzeit rund 1750 Imker organisiert, etwa 450 mehr als zum Tiefpunkt 1994, wie Ellmann sagte. Auch jüngere Leute hielten wieder Bienen, allerdings weniger als etwa ihre Großeltern. Im Schnitt kommen in Mecklenburg-Vorpommern etwa zehn Völker auf einen Imker, im Bundesschnitt seien es nur sieben. Der Landesverband bietet laut Ellmann für Imker und solche, die es werden wollen, Schulungen an. In diesem Jahr hätten 144 Frauen und Männer an Anfängerkursen teilgenommen, 61 hätten sich zum Thema Honiggewinnung und -vermarktung schulen lassen, 38 zu Fragen der Bienengesundheit.

Ansprechpartner für Imker ist auch das Bienenzuchtzentrum Bantin (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Dort soll die Sanierung im kommenden Jahr fortgesetzt und bis zum 30-jährigen Bestehen 2021 abgeschlossen sein, wie Ellmann sagte. Es entstünden unter anderem eine Schauimkerei und ein bienenfreundlicher Schaugarten.

Backhaus bezeichnete es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Lebensräume, Nahrungsgrundlagen und Lebensbedingungen der Bienen zu schützen. „Ohne die Biene und all die anderen Blütenbestäuber gebe es kein Leben auf der Welt“, sagte er.

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