Großbrand in Lübtheen : Rauchwolken bis nach Berlin und Sachsen: „gigantische Belastung“ für die Lunge

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Die Feinstaubbelastung werde sich auch in Entfernungen von 20 bis 40 Kilometern erhöhen.

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01. Juli 2019, 15:26 Uhr

Die Auswirkungen des bislang größten Waldbrandes in Mecklenburg-Vorpommern waren am Montag noch hunderte Kilometer entfernt spürbar: In Berlin informierte die Feuerwehr über den Kurznachrichtendienst Twitter über massiven Brandgeruch aufgrund des Großbrandes in Lübtheen. Auch bei den Feuerwehren in Leipzig und Dresden riefen zahlreiche Anwohner an und meldeten beißenden Rauchgeruch.

 

„Es kann tatsächlich hinkommen, dass der Brandgeruch auch noch in Berlin wahrgenommen wird“, erklärte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes. In Höhen ab 1000 Meter gebe es Windströmungen aus nordwestlicher Richtung. Der Rauch werde dadurch bis in die 250 Kilometer entfernte Bundeshauptstadt transportiert.

Hohe Feinstaubbelastung

Einem Lungenfacharzt zufolge sollte die Feinstaubbelastung durch den Großbrand nicht unterschätzt werden. „Das sind für die Lunge schon echte Katastrophensituationen“, sagte der Ulmer Lungenfacharzt Michael Barczok. Durch das Feuer würde in riesigen Mengen pflanzliches Material verbrannt. „Es ist einfach eine gigantische Belastung mit Luftschadstoffen unterschiedlichster Zusammensetzung“, so Barczok.

Die Feinstaubbelastung wird sich nach Einschätzung des Mediziners auch in Entfernungen von 20 bis 40 Kilometern erhöhen. Das sei eine Belastung für jede Lunge - vor allem aber für die von Älteren, Kindern und Menschen mit Lungenerkrankungen. Die sehr feinen Partikel würden zudem mit dem Wind sehr weit getragen werden, so Barczok.

 Der Lungenarzt empfiehlt vor allem: „Feinstaub meiden“, also in der Wohnung bleiben. Von der Berliner Feuerwehr hieß es: „Der Geruch ist lästig, aber nicht gefährlich.“ Die Brandschützer rieten, die Fenster zu schließen.

Vom Facharzt gab es noch einen weiteren Tipp: „Übrigens wäre der Aufenthalt an Seen oder Flüssen förderlich, weil wir wissen dass Feinstaubbelastungen durch Wasser und Vegetation auch reduziert werden.“

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