Coronavirus in MV : Glawe appelliert an Vernunft der Menschen

Gesundheitsminister Harry Glawe. Jens Büttner
Gesundheitsminister Harry Glawe. Jens Büttner

Der Gesundheitsminister hofft mit Blick auf das kommende Wochenende auf Einsicht in der Bevölkerung. Diese sollte möglich zu Hause bleiben.

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20. März 2020, 13:34 Uhr

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat wegen der weiteren Ausbreitung des Coronavirus und mit Blick auf das kommende Wochenende an die Vernunft der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern appelliert. „Das Beste ist es, zuhause zu bleiben, wenn Sie nicht unbedingt raus müssen. Falls Sie doch an die frische Luft und Spazieren gehen wollen, ist es wichtig, auch dabei genügend Abstand zu anderen zu halten“, sagte Glawe am Freitag. Hintergrund sei, dass die Infektionsketten unterbrochen werden müssten. „Da ist viel Selbstdisziplin von jedem Einzelnen gefragt.“

Verzicht momentan beste Wahl

Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern gemeldeten Corona-Infektionen war am Donnerstag auf 142 gestiegen. Am Tag zuvor waren noch 100 Fälle gemeldet worden. „Verzicht ist in diesen Tagen die beste Wahl, um sich und andere zu schützen“, betonte Glawe angesichts dieser Zahlen. Dazu gehöre auch, die Möglichkeiten der modernen Kommunikation zu nutzen.

Unterdessen hält Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) Ausgangssperren noch nicht für nötig. „Ich glaube, noch kriegen wir das auch so hin“, sagte Witt am Freitag. Auch wenn sich einige Bewohner völlig inakzeptabel benähmen.

Anhalten von Autos möglich

Landesweit sind an zehn Kontrollstellen Polizisten wegen der Corona-Krise im Einsatz, um gegen unerlaubten Reiseverkehr vorzugehen. Autos mit Kennzeichen aus Mecklenburg-Vorpommern werden durchgewunken, die anderen werden im Zweifel angehalten und hinterfragt, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Freitag.

Wer sich nicht daran halte, begehe eine Straftat, bekräftigte Caffier. Es gebe keine andere Möglichkeit, die Auswirkungen des Virus einzuschränken. Gäste, die sich noch in MV aufhalten, sollen in den Tourismusgegenden mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert werden, das Bundesland zu verlassen, sagte Caffier weiter.

Folgen für Kreuzfahrtbranche unklar

Unter der Corona-Krise leidet auch eine der wichtigsten und erfolgreichsten Branchen Mecklenburg-Vorpommerns. Nach der Absage des für kommenden Dienstag geplanten Saisonauftakts der Kreuzfahrtbranche in Warnemünde steht hinter dem weiteren Verlauf der Saison ein Fragezeichen. „Aufgrund der aktuellen Situation durch die Infektionskrankheit Covid-19 ist derzeit nicht klar, wann, ob und welche Kreuzfahrtanläufe im zweiten Quartal dieses Jahres stattfinden können“, teilte der Rostocker Hafen am Freitag mit.

Kulturelles Leben eingeschränkt

Schon seit ein paar Tagen sind die Theater in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen, unklar ist, wann sie wieder aufmachen. Nun hat als erstes Theater Neubrandenburg/Neustrelitz schon ihre diesjährigen Sommerproduktionen abgesagt. Betroffen seien die Festspiele im Schlossgarten Neustrelitz mit der Operette „Pariser Leben“ und das Sommerspektakel im Schauspielhaus Neubrandenburg mit dem Musical „Der kleine Horrorladen“, teilte das Theater am Freitag mit.

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