Kinderarmut in MV : „Man kann nicht alles kaufen, aber Geld hilft“

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Bei einer Anhörung im Sozialausschuss des Schweriner Landtags haben Armutsforscher und Jugendliche zahlreiche Maßnahmen von Bund, Land und Kommunen gefordert.

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25. September 2019, 17:55 Uhr

Günstigerer Nahverkehr, mehr Schulsozialarbeiter und bessere Betreuung in den Kitas - das sind nur drei der Maßnahmen gegen Kinderarmut in Mecklenburg-Vorpommern, die Experten und Verbände im Landtagssozialausschuss am Mittwoch vorgeschlagen haben. „Man kann mit Geld nicht alles kaufen, aber Geld hilft“, sagte die Direktorin des Jugendinstituts, Sabine Walper, mit Blick auf die geforderten Landesmittel.

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„Kinderarmut ist Elternarmut“

Armutsforscher André Knabe von der Universität Rostock betonte: „Kinderarmut ist immer Elternarmut.“ Deshalb sei auf Bundesebene eine Kindergrundsicherung unerlässlich. Doch auch Mecklenburg-Vorpommern könne viel tun. Wichtig ist laut Knabe, Investitionen stets zuerst an Brennpunktschulen fließen zu lassen. Nötig seien zudem die gezielte Unterstützung von Alleinerziehenden und eine kontinuierliche Sozialberichterstattung.

Laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung lag die Kinderarmutsquote im Jahr 2014 in Mecklenburg-Vorpommern bei 26,9 Prozent. Bundesweit galten 19 Prozent aller Kinder als arm.

Land und Kommunen können was erreichen

Das Expertengespräch „Kinderarmut und Chancengleichheit“ ist Teil der Anhörungsreihe „Jung sein im MV“. Daran nahmen auch zehn Jugendliche und junge Erwachsene teil. Lena Simoszek (21), entsandt vom Landesjugendring, sagte nach der Veranstaltung: „Die Zahlen sind sehr eindrücklich.“ Bei vielen Aspekten sei der Bund gefordert, aber Land und Kommunen könnten auch einiges erreichen, zum Beispiel beim Nahverkehr.

Die Anhörungsreihe entstand aus der Forderung des Landesjugendrings nach ein Jugend-Enquête-Kommission. Die Erkenntnisse der Anhörungen sollen zu einem Bericht des Sozialausschusses zusammengefasst werden.

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