Prozess in Schwerin : Gefälschte Dopingmittel verkauft: Haft- und Bewährungsstrafen verlangt

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Der Prozess gegen zwei junge Frauen um gefälschte Rezepte für Aufputsch- und Wachstumsmittel geht seinem Ende entgegen. Offen ist, ob eine von ihnen ins Gefängnis muss.

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26. Oktober 2018, 13:02 Uhr

Im Schweriner Betrugsprozess um Dopingmittel hat die Staatsanwaltschaft zwei Jahre und vier Monate Gefängnis für eine 31 Jahre alte Arzthelferin gefordert. Für die Mittäterin, eine 32 Jahre alte Apotheken-Assistentin, verlangte sie am Freitag eine Bewährungsstrafe. Die junge Frau hatte gleich zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt, während die Arzthelferin ihre Beteiligung erst kurz vor Ende des Verfahrens einräumte.

Die Verteidiger forderten für beide Frauen Bewährungsstrafen. Sie sollen zwischen 2012 und 2013 über die Arztpraxis beziehungsweise die Apotheke ihrer damaligen Arbeitgeber mit gefälschten Rezepten Medikamente besorgt und in der Body-Builderszene verkauft haben. Den Krankenkassen soll daraus ein Schaden von 370.000 Euro entstanden sein. Das Urteil soll am Montag verkündet werden.

Weiterlesen: Gefälschte Dopingmittel verkauft: Reue und Schweigen

Die Anklage legte den Frauen mehr als 170 gefälschte Rezepte für Aufputsch- und Wachstumsmittel zur Last. Einzelne Packungen davon kosteten bis zu 3600 Euro. Beide Frauen bedauerten ihre Taten. Sie habe sich dazu hinreißen lassen, und es sei einfach gewesen, ohne nachzudenken weiterzumachen, sagte die Arzthelferin. Ihr sei die finanzielle Höhe des Schadens nicht bewusst gewesen. Aus Angst vor den Konsequenzen habe sie so lange mit einem Geständnis gewartet.

Der Vorsitzende Richter hatte die Angeklagten während des Prozesses darauf hingewiesen, dass sie im Falle eines Schuldspruchs für den Schaden finanziell in Anspruch genommen werden können, selbst wenn sie die Medikamente für sehr viel weniger Geld verkauft haben sollten. Er hatte auch gesagt, bei erkennbarer Einsicht und Reue seien im Strafprozess Bewährungsstrafen möglich. Es handele sich um einen ungewöhnlichen Prozess, weil die Angeklagten ungewöhnlich seien, hatte er gesagt. „Die beiden Damen hier gehören augenscheinlich nicht zu dem Klientel, das hier sitzen sollte.“ Gleichwohl handele es sich um schwerwiegende Vorwürfe.

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