Mecklenburg-Vorpommern : Gastbeitrag der Ministerpräsidentin: Abstand halten und zusammenhalten

Besorgt aber auch zuversichtlich: Manuela Schwesig
Besorgt aber auch zuversichtlich: Manuela Schwesig

Nun wird uns noch mehr abverlangt: Seit Montag gilt in ganz Deutschland ein Kontaktverbot.

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24. März 2020, 05:00 Uhr

Am Wochenende schien die Sonne, und doch war so gut wie nichts los auf den öffentlichen Plätzen. Aus den Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus haben viele das Beste gemacht: Zeit mit der Familie, Telefongespräche mit Freunden.

Nun wird uns noch mehr abverlangt: Seit gestern gilt in ganz Deutschland ein Kontaktverbot. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur noch allein, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Spaziergänge mit befreundeten Familien fallen zum Beispiel flach. Viele fragen sich: Ist das wirklich nötig?

Ich bin stolz darauf, wie vernünftig die Menschen in unserem Land mit den Einschränkungen umgehen. Mir hat in der vergangenen Woche eine Familie mit drei Kindern geschrieben, die vom Tourismus lebt: „Wir haben Verständnis für Ihre Entscheidungen, auch wenn uns jetzt die Gäste fehlen.“

Fast alle halten sich an die Regeln. Ein Kontaktverbot ist ein harter Eingriff in die Freiheitsrechte der Menschen. Trotzdem ist es notwendig, auch wenn wir in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht so schwer betroffen sind wie andere Regionen. Denn das Coronavirus darf sich nicht zu schnell ausbreiten.

Nur so schützen wir alle

Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass sich immer mehr Menschen anstecken. Nur wenn wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen, können alle schwer Erkrankten weiter angemessen behandelt werden. Deshalb müssen wir auf persönliche Kontakte außerhalb der Familie so weit wie möglich verzichten und bei Begegnungen einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten. Deshalb haben wir Kitas, Schulen, viele Läden und die Tourismusbetriebe geschlossen. Deshalb dürfen die Restaurants nur noch fertiges Essen ausliefern: Beim Abholen kann man leichter Abstand halten, als wenn man in einem Raum beieinander sitzt. Nur so schützen wir uns, unsere Familien und vor allem die Älteren und Kranken vor dem Virus.

Allein oder mit der Familie an die frische Luft zu gehen, ist weiter erlaubt. Auch auf das Notwendige brauchen wir nicht zu verzichten. Die Lebensmittelläden bleiben geöffnet, ebenso Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Banken. Unsere Krankenhäuser sind darauf vorbereitet, mehr Corona-Kranke aufzunehmen. Ich danke ganz herzlich allen Menschen, die in dieser schwierigen Situation für uns da sind: den Ärztinnen und Ärzten, den Krankenschwestern und Pflegern, den Reinigungskräften, den Verkäuferinnen und Verkäufern, den Menschen in vielen anderen Berufen, die für das Funktionieren unseres Alltags unverzichtbar sind.

Wir sollten diese Berufe mehr wertschätzen und Dank sagen. Und wir sollten alles dafür tun, diese Menschen zu schützen und zu unterstützen: Halten Sie Abstand und halten Sie sich an die Regeln!

Ein Dank an alle Helfer

Danken möchte ich auch allen Menschen, die sich jetzt um andere kümmern und zum Beispiel älteren Menschen Hilfe beim Einkauf anbieten. Hilfe für andere ist weiter erlaubt und ganz wichtig. Auch die Landesregierung wird zusammen mit dem Bund und mit den Kommunen alles tun, was möglich ist, um die Betroffenen zu entlasten und der Wirtschaft und ihren Beschäftigten über die Krise hinwegzuhelfen. Deshalb werden wir heute im Kabinett ein großes Hilfsprogramm beschließen. Ziel ist es, Unternehmen und Arbeitsplätze zu schützen.

In schwierigen Zeiten ist es gut, jemanden zu haben, der einen in den Arm nimmt. Das geht im Moment nur zu Hause. Aber wir können miteinander sprechen, per Telefon oder über die sozialen Netzwerke. Wir können uns umeinander kümmern, mit Besonnenheit, Hilfsbereitschaft und Kreativität. Wir können das Kontaktverbot respektieren und einander trotzdem nah sein.

Das ist das Rezept für die nächsten Wochen: Abstand halten und zusammenhalten. Alles Gute und bleiben Sie gesund!

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