Reaktion auf Corona-Krise : Frauenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern organisieren zusätzliche Quartiere

Eine Frau blickt in einem Frauenhaus aus dem Fenster.

/Illustration

Experten rechnen mit einem Anstieg häuslicher Gewalt. Die Frauenhäuser hierzulande reagieren darauf.

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27. März 2020, 13:13 Uhr

Die Frauenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern erwarten infolge der Corona-Krise eine steigende Nachfrage von Opfern häuslicher Gewalt und organisieren deshalb zusätzliche Quartiere. Dabei handele es sich zum Beispiel um Hostels und Ferienunterkünfte, sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Alexander Kujat, am Freitag in Schwerin. Sie stehen wegen des Verbots touristischer Übernachtungen derzeit leer. "Es wird alles so weit vorbereitet, dass man schnell handeln kann", sagte Kujat.

Isolation und finanzielle Sorgen befürchtet

Experten befürchten, dass Isolation und finanzielle Sorgen durch die Corona-Krise zu mehr häuslicher Gewalt führen könnten. Bisher habe es in Mecklenburg-Vorpommern noch keine signifikante Zunahme gegeben, berichtete Kujat. Die Befürchtung sei aber, dass es so kommt. Ein größere Platzbedarf in den Frauenhäusern könne sich auch ergeben, wenn Infektionen mit dem Coronavirus bei Betroffenen festgestellt werden sollten und sie isoliert werden müssten.

Auch ohne Corona-Krise sind die Frauenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern nach Kujats Worten stets weitgehend ausgelastet. Nach seinen Worten gibt es landesweit rund 200 Plätze in neun Einrichtungen, in denen Frauen und ihre Kinder vor häuslicher Gewalt Schutz finden können.

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