„Soft-Opening“ in Ulrichshusen : Festspiele Mecklenburg-Vorpommern starten in Corona-Saison

Die Konzertkirche Neubrandenburg ist einer der stimmungsvollsten Orte für klassische Musik in MV.

Die Konzertkirche Neubrandenburg ist einer der stimmungsvollsten Orte für klassische Musik in MV.

Am Wochenende fällt der Startschuss in der Neubrandenburger Konzertkirche. Im Vergleich zu den Vorjahren ist einiges anders.

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11. Juni 2020, 13:15 Uhr

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern starten am Wochenende in ihre coronabedingt außergewöhnliche Jubiläumssaison. Am Samstagabend, um 18 Uhr eröffnet ein Oktett der NDR-Radiophilharmonie mit einem Konzert in der Neubrandenburger Konzertkirche das 30. Jahr der Festspiele vor 55 Live-Zuschauern, wie Sprecher Christian Kahlstorff am Donnerstag sagte. Dies entspreche dem mit der Gesundheitsbehörde abgestimmten Konzept.

Live-Übertragung der Veranstaltungen im Internet

Das Konzert, zu dem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erwartet wird, soll live im Internet auf der NDR-Seite und auf der Seite der Festspiele übertragen werden. Anschließend, um 19.45 Uhr gebe es ein weiteres kleines Konzert mit dem Duo Deep Strings im Foyer der Konzertkirche, das ebenfalls im Netz gestreamt werde, so Kahlstorff.

Bereits am Freitag soll es ein „Soft Opening“ mit einem 30-minütigen Konzert des Signum-Saxofon-Quartetts in der Festspielscheune von Schloss Ulrichshusen geben.

Zusätzliche Streaming-Angebote

Für Sonntag ist dann ein neunstündiges Internet-Programm auf der Seite der Festspiele angekündigt. An dem Tag sollte eigentlich das traditionelle Kinder- und Familienfest auf Schloss Hasenwinkel (Nordwestmecklenburg) stattfinden. Nun gebe es im Netz - auf den Seiten des NDR und der Festspiele - ein einstündiges Kinderprogramm und anschließend werde die gesamte Breite des Festspielsommers präsentiert, so Kahlstorff. Dazu gehörten Video-Botschaften von Spitzenkünstlern, Konzertfilme und Porträts.

Auch weitergehende Interessen würden bedient. So gebe der Bratschist Nils Mönkemeyer Tipps für Fingerübungen für Spieler von Streichinstrumenten. Der Pianist Rudolf Buchbinder spreche über Beethoven, der Trompeter Simon Höfele über Musiker in Corona-Zeiten.

Ab September wieder Leben auf der Bühne

Großveranstaltungen, unter die Festspiele-Konzerte fallen, sind wegen der Corona-Gefahr in Mecklenburg-Vorpommern vorerst bis zum 31. August untersagt. Für die Zeit danach hoffen die Organisatoren, dass sie ihr Programm wie geplant auf die Bühnen des Landes bringen können. Eines der ersten Konzerte wäre dann gleich eine „Weltstars in Redefin“-Veranstaltung mit Stargeiger Nigel Kennedy am 5. September im Landgestüt Redefin mit 3000 Zuhörern. Die Festspiele-Saison dauert bis zum 12. September.

Bis Ende August die Reihe "30-mal anders"

Bis zunächst Ende August wollen die Festspiele 30 Mal kleine Formate anbieten und das ziemlich kurzfristig, weil sich die Corona-Vorschriften derzeit schnell ändern und entsprechende Absprachen mit den Gesundheitsbehörden nötig sind, wie der Sprecher sagte. Im Gespräch sind Auftritte unter anderem von Klarinettist Matthias Schorn, Cellist Daniel Müller-Schott und der sizilianischen Sängerin Etta Scollo.„Die Besucher können sich auf Überraschungen freuen, müssen aber auch ein bisschen spontan sein“, sagte Kahlstorff. Das scheint zu funktionieren: Die Karten für das kleine Eröffnungskonzert am Samstag in Neubrandenburg waren am Montag binnen einer Stunde verkauft, wie er sagte.

Intendant Markus Fein sagte zu der Reihe „30-mal anders“: „Auch in dieser schwierigen Zeit möchten wir diesem wunderbaren Bundesland und unserem Publikum etwas zurückgeben.“ Die „30-mal anders“-Reihe sei der Versuch, mit den Gästen und Beteiligten trotz Corona unvergessliche Konzertmomente erleben. Viele Besucher demonstrierten bereits ihre Verbundenheit mit den Festspielen, die zu den größten Klassik-Festivals in Deutschland gehören. Bisher spendeten sie rund eine halbe Million Euro für den privaten Rettungsschirm der Festspiele.

Weiterlesen: Klassik-Festspiele starten mit Mini-Konzert und via Internet

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