Stralsund : Fertigstellungstermin in Gefahr: Längere Arbeitszeiten und mehr Arbeiter auf der MV-Werft

Die MV Werft in Stralsund hat Probleme mit dem ersten Schiffsneubau für die Genting-Gruppe. Der Zeitverzug soll jetzt durch längere Wochenarbeitszeiten aufgeholt werden.

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26. Juni 2019, 16:49 Uhr

Um den Zeitverzug beim ersten Schiffsneubau für die Genting-Gruppe aufzuholen, schieben die Beschäftigten der Stralsunder MV-Werft in diesem Sommer Extra-Schichten. Werft-Chef Peter Fetten informierte die Belegschaft am Mittwoch über die Maßnahmen, auf die sich Geschäftsleitung und Betriebsrat geeinigt haben. Demnach steigt die Wochenarbeitszeit in den nächsten zwei Monaten von jetzt 38 bis 40 Stunden auf 45 Stunden. Pro Woche sollen 17 statt wie bisher 15 Schichten gearbeitet werden, wie ein Unternehmenssprecher sagte.

Zusätzliche Arbeitskräfte aus Rostock, Wismar und Bremerhaven

Zudem sollen zusätzliche Arbeitskräfte von den Werft-Standorten Rostock, Wismar und Bremerhaven zur Unterstützung nach Stralsund kommen. Eine Urlaubssperre gebe es nicht, wohl aber die Empfehlung, im Sommer höchstens zehn Urlaubstage zu nehmen. Auch externe Zulieferer sollen ihre Taktzahl erhöhen.

Expeditions-Kreuzfahrtschiff soll Ende März 2020 fertig sein

Ziel ist es, den Fertigstellungstermin für das erste von zwei eisgängigen Expeditions-Kreuzfahrtschiffen der Klasse „Crystal Endeavor“ im März 2020 zu halten. Es ist der erste Schiffsneubau am Standort Stralsund nach der Übernahme der Werft durch die malaysische Genting-Gruppe vor drei Jahren. Die „Crystal Endeavor“ wurde im August 2018 auf Kiel gelegt. Das 164 Meter lange Schiff für bis zu 200 Passagiere ist gleichermaßen für Polargebiete wie tropische Gewässer tauglich.

So soll das Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Crystal Endeavor“ aussehen. Beim ersten Schiffsbau traten Fehler auf.
Jens Büttner/dpa

So soll das Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Crystal Endeavor“ aussehen. Beim ersten Schiffsbau traten Fehler auf.

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Der Sprecher sagte, an dem Schiff gebe es weder Baumängel noch Gewichtsprobleme. Der Rückstand im Baugeschehen sei darauf zurückzuführen, dass Fachkräfte und Erfahrung fehlten. „In der Lernphase wurde schon gebaut“, sagte er.

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Stralsund stellt Werft 100 Wohnungen

An der Belegschaftsinformation zwischen zwei Schichten nahmen nach Werftangaben rund 500 Mitarbeiter teil. Auf die Frage Fettens: „Packen wir das?“, habe es langen Applaus gegeben. Auch die Stadt habe Unterstützung zugesagt und angeboten, für die zusätzlichen Arbeitskräfte 100 Wohnungen der kommunalen Wohnungsgesellschaft zur Verfügung zu stellen.

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