„Familienunternehmen Landesregierung“? : Opposition kritisiert Posten für Sellerings Ehefrau

Das heutige Finanzministerium wurde  1842 als schmuckloser Fachwerkbau errichtet und  über die Jahre erweitert.
Das heutige Finanzministerium wurde 1842 als schmuckloser Fachwerkbau errichtet und über die Jahre erweitert.

Britta Sellering soll ihre neue Aufgabe Mitte August übernehmen, wie das Finanzministerium am Dienstag mitgeteilt hatte.

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31. Juli 2019, 14:07 Uhr

Die künftige Leitung des Ministerbüros von Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) durch die Ehefrau des früheren Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) stößt bei der Opposition auf Kritik. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, kommentierte die Personalie am Mittwoch mit den Worten: „Machterhalt statt Politik.“ Die AfD sprach von einer „Posten-Mafia SPD“.

Oldenburg kritisierte die Personalentscheidung als Postenschacherei und einen weiteren Schritt hin zu einem „Familienunternehmen Landesregierung“. Die Qualifikation von Britta Sellering stehe nicht zur Diskussion, betonte die Chefin der Linksfraktion. „Aber es hat einen faden Beigeschmack, wenn sie selbst ihr Können unter den Scheffel stellt und auf solche Dienstleistungen angewiesen ist.“ Der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Nikolaus Kramer, forderte: „Nahe Verwandte von Ministern sollen nicht als abhängig Beschäftigte in Spitzenpositionen angestellt werden dürfen.“

Keine Zweife an den Fähigkeiten

Britta Sellering soll ihre neue Aufgabe Mitte August übernehmen, wie das Finanzministerium am Dienstag mitgeteilt hatte. Sie sei eine ausgewiesene Finanzexpertin, die insbesondere bei den Bund-Länder-Finanzbeziehungen und den Kommunalfinanzen großes Wissen mitbringe. Britta Sellering ist seit 2010 verheiratet und lebt mit Ehemann Erwin und dem gemeinsamen Sohn in Schwerin.

Zuletzt arbeitete sie im Bundesfinanzministerium in Berlin, für das sie schon vor ihrer Ehe tätig gewesen war. Nach der Geburt ihres Sohnes hatte sie auf dem Wege einer Abordnung zwischenzeitlich für den Landesrechnungshof in Schwerin gearbeitet. Das Verfahren der Übernahme hatte damals massive Kritik ausgelöst, die fachlichen Fähigkeiten von Britta Sellering waren aber nicht angezweifelt worden.

Schwesig hatte in den vergangenen Monaten mehrere Spitzenposten mit engen Vertrauten besetzt, was umstritten war. Aus Berlin holte sie die neue Bildungsministerin Bettina Martin, die zuvor für Schwesig im Bundesfamilienministerium gearbeitet hatte. Auch der neue Staatskanzleichef Heiko Geue ist einst für Schwesig im Bundesfamilienministerium tätig gewesen. Die Ministerpräsidentin war von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin in Berlin.

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