Güstrow/Schwerin : Ernst Barlach – neu gesehen und viel gefeiert

Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV
Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV

Schweriner Ernst-Barlach-Kabinett präsentiert sich neu. Volles Jubliläumsprogramm in Güstrower Barlach-Stiftung. Sonderbriefmarke

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09. Januar 2020, 05:00 Uhr

Ernst Barlach, dieser zutiefst humanistische Künstler, gehört zu Norddeutschland wie der „Schwebende“ zum Güstrower Dom. Vor 150 Jahren, am 2. Januar 1870, kam er in Wedel bei Hamburg zur Welt. Später lebte er in Schönberg, Ratzeburg, Hamburg, Dresden, Paris, Berlin, Höhr im Westerwald, Florenz und ab Oktober 1910 bis zu seinem Tod am 24. Oktober 1938 schließlich in Güstrow.

Er schuf etwa 2000 Zeichnungen, 450 Plastiken, 100 Skizzenbücher sowie Lithographien und Holzschnitte.

Im Jubiläumsjahr 2020 würdigen Museen und Barlach-Gedenkstätten im Norden den großen deutschen Expressionisten, obwohl er selbst sich nie einer der modernen Kunstströmungen zugehörig fühlte.

Das Staatliche Museum Schwerin präsentiert seit Mitte Dezember seine Barlach-Sammlung neu. Unter dem Titel „Intervention“ werden Plastiken Ernst Barlachs mit Skulpturen des 16. Jahrhunderts konfrontiert und zugleich mit einem zeitgenössischen Gemälde Matthias Kanters.

Parallel zur neuen vierbändigen Ausgabe der Barlach-Briefe zeigt die Güstrower Ernst-Barlach-Stiftung ab 29. Februar eine Ausstellung, die Einblicke in das Leben des Briefeschreibers Barlach gibt. Dabei werden u. a. handschriftliche Zeugnisse von Kunstwerken kommentiert, die in den Briefen erwähnt und diskutiert werden.

Wie die Geschäftsführerin der Barlach Stiftung, Magdalena Schulz-Ohm, gestern weiter verriet, folgt dann ab 1. Juni die Ausstellung „Barlach im Alltag – Alltag bei Barlach“. Die Schau geht der Frage nach, wo noch heute Spuren Ernst Barlachs zu entdecken sind – in Wohnzimmern, in der Werbung, im religiösen Leben…

In der zweiten Jahreshälfte soll dann auch die Dauerausstellung auf dem Güstrower Heidberg neu gestaltet präsentiert werden.

Im Sommer wird vom 14. bis 16. August der Jubilar mit einem großen Aktionswochenende gefeiert. „Wir wollen versuchen, Barlachs Werk aus verschiedenen Blickwinkeln neu zu betrachten“, so Schulz-Ohm. Ein Kriminalpsychologe befasst sich etwa mit der Figur „Der Rächer“, auch bekannt als „Berserker“. Ein Theologe spricht über christliche Motive in Barlachs Kunst, und mit dem Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich kommt ein nachgeborener Kollege Barlachs nach Güstrow.

Auch die Deutsche Post würdigt Ernst Barlach mit einer Sonderbriefmarke, die das Gesicht des „Schwebenden“ zeigt, sowie mit einem Jubiläumsbrief.

Sonderbriefmarke der Deutschen Post
Sonderbriefmarke der Deutschen Post
 
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