Wolgast : Emma (3) an Verbrühungen gestorben: Jugendamt sieht keine Versäumnisse

Fahrlässig oder vorsätzlich? Nach dem Tod eines Mädchens in Wolgast suchen Ermittler nach den genauen Todesumständen.

svz.de von
09. Oktober 2018, 15:23 Uhr

Nach dem tragischen Verbrühungs-Tod der dreijährigen Emma in Wolgast haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu den Todesumständen fortgesetzt. So sollte die 27-jährige Mutter nochmals befragt werden. Zudem sollen Nachbarn und Bekannte vernommen werden, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Sascha Ott sagte. „Wir wissen bislang nicht, ob es ein Unfall war, das Kind fahrlässig oder vorsätzlich verletzt wurde.“ Gegen die Mutter werde weiter als Beschuldigte ermittelt.

Wie eine Obduktion am Montag ergab, starb das Kind an der Folge von großflächigen Verbrühungen. Die Mutter hatte angegeben, das Kind am Donnerstagabend in ein Erkältungsbad gesetzt und es dann mit den Verletzungen ins Bett gelegt zu haben. Am Freitagvormittag habe sie das Mädchen tot im Bett gefunden. Die Mutter war während dieses Zeitpunktes mit der Tochter und einem dreimonatigen Baby allein in der Wohnung.

Familie erhielt Hilfe seitens des Jugendamtes

Der Kreis Vorpommern-Greifswald hat nach dem Tod des Mädchens die Unterstützungsstrukturen und angebotenen Hilfen an die Familie überprüft und keine Versäumnisse erkannt. Es habe umfangreiche Hilfsangebote gegeben, sagte eine Kreissprecherin am Dienstag. So habe die Familie im Zusammenhang mit dem gestorbenen Kind eine Zeit lang Hilfe zur Erziehung im Rahmen einer Familienhilfe in Anspruch genommen. Diese Unterstützung konnte später aufgrund des positiven Verlaufs und der Stabilisierung der Familie beendet werden. Ein Sozialarbeiter habe danach weiter in regelmäßigem Kontakt mit der Familie gestanden und auch Hilfe angeboten, sagte die Sprecherin. Von Nachbarn und anderen Personen habe es keine Hinweise auf Kindswohlgefährdung gegeben.

Das dreimonatige Geschwisterkind wurde nach dem Tod seiner größeren Schwester vom Jugendamt in Obhut genommen. Zwei ältere Geschwisterkinder leben seit längerem in Pflegefamilien. Beim letzten Besuch von Mitarbeitern des Jugendamtes bei der Familie im September hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt.

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