Tourismus in MV : Die Luft für Urlaubsbranche bleibt trotz Corona-Lockerungen dünn

Ein Urlauber steht am Ostseestrand von Warnemünde neben seinem Strandkorb.

Ein Urlauber steht am Ostseestrand von Warnemünde neben seinem Strandkorb.

Wochenlang war der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Corona-Pandemie ausgebremst. Stückweise kommen nun die Lockerungen. Am Montag dürfen die Hotels wieder zu 100 Prozent vermieten. Aber die Sorgen bleiben.

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13. Juni 2020, 13:42 Uhr

Der Landestourismusverband sieht die Branche trotz des Wegfalls der Kapazitätsbegrenzung auf 60 Prozent in den Hotels noch lange nicht über den Berg. „Ein Stück der Normalität ist zurückgekehrt. Für die Branche ist ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die mögliche Vollauslastung der Unterkünfte von Montag an. Es sei ein guter Schritt der Landesregierung gewesen, die Begrenzung aufzuheben, sie habe damit für etwas Erleichterung gesorgt. Der Blick müsse jedoch über die Sommersaison in Richtung Herbst und Winter gelenkt werden. Die Herbstnachfrage sei noch nicht klar.

Dann wird Luft wieder dünner und es muss sich zeigen, ob die Unternehmen ein genügend großes Polster haben, um über den Winter zu kommen. Tobias Woitendorf, Geschäftsführer Landestourismusverband
 

Hintergrund der Skepsis in der Branche sei, dass es nicht alle Betriebe schaffen könnten, unter den Bedingungen der Abstandsregeln und weiteren Kontaktbeschränkungen die Kapazitäten zu 100 Prozent auszulasten. „Diese Beschränkungen werden uns über den Sommer erhalten bleiben“, zeigte sich Woitendorf sicher. Das gelte beispielsweise für die Organisation des Frühstücks, das dem Personal wesentlich mehr abverlange als vorher. „Betriebe haben mehr Kosten und brauchen mehr Kraft.“ Sie könnten deshalb nicht auf die gleichen Ergebnisse wie im Sommer 2019 kommen. „Es bleibt die permanente Gefahr, dass manche Betriebe auf der Strecke bleiben.“

Verantwortung für guten Saisonverlauf

Die Tourismusmanager hoffen, dass sich alle Beteiligten der Verantwortung für einen guten Saisonverlauf bewusst sind. „Das gilt für Mitarbeiter der Betriebe genauso wie für die Einheimischen, die weiter die Akzeptanz für den Tourismus und auch noch die nötige Freundlichkeit walten lassen müssen.“ Aber das zeichne ohnehin die Mehrheit aus. „Auch die Gäste müssen wissen, dass die frühere Bewegungsfreiheit derzeit nicht so gegeben ist. Wir haben weiter besondere Umstände.“

Die Branche bedauere, dass es nicht gelungen sei, das Einreiseverbot für Tagestouristen aufzuheben, sagte Woitendorf. Gleichzeitig sei das Verbot schwer zu kontrollieren und die anderen Bundesländer hätten keine entsprechende Regelung. Es gebe in manchen Ländern nur örtlich und zeitlich begrenzte Betretungsverbote.

Weiterlesen: Polizei will gegen Tagestouristen ohne gültige Zimmerbuchung vorgehen

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