Bildung in MV : Dialog über Kulturpolitik gestartet: Es geht auch ums Geld

Birgit Hesse (SPD), Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern hat zur Kulturkonferenz zum Thema 'Kulturpolitische Leitlinien für Mecklenburg-Vorpommern' eingeladen.

Birgit Hesse (SPD), Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern hat zur Kulturkonferenz zum Thema "Kulturpolitische Leitlinien für Mecklenburg-Vorpommern" eingeladen.

Mecklenburg-Vorpommern bietet nach Einschätzung von Kulturministerin Hesse eine große kulturelle Vielfalt - mit teils noch unentdecktem Potenzial. Das soll sich bessern, mit Hilfe von kulturpolitischen Leitlinien. Doch zum Auftakt der Debatte ging es auch ums Geld.

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16. Januar 2019, 16:17 Uhr

Kultur- und Kunstschaffende in Mecklenburg-Vorpommern beklagen überbordende Bürokratie und fehlende Dynamisierung in der Kulturförderung. Bei der ersten von vier regionalen Kulturkonferenzen machten am Mittwoch in Schwerin Sprecher mehrerer Kunsteinrichtungen und Vereine akuten Reformbedarf geltend.

Sie forderten unter anderem eine übersichtlichere Förderstruktur, kürzere Bearbeitungsfristen und flexiblere Einsatzmöglichkeiten für öffentliche Zuschüsse. Laut Kulturministerium stehen für die kulturelle Projektförderung im Land pro Jahr etwa elf Millionen Euro bereit. Hinzu kämen rund 40 Millionen Euro institutioneller Förderung etwa für Theater.

Landesweite Debatte zu Kulturpolitik

An der ganztägigen Beratung in Schwerin nahmen knapp 90 Kulturschaffende, Museumsdirektoren, Vertreter von Vereinen, Verbänden, Theatern und Kommunen sowie Mitarbeiter aus dem Kulturtourismus und der Verwaltung teil. Das Treffen in der Landeshauptstadt gilt als Auftakt für eine landesweite Diskussion zu kulturpolitischen Leitlinien für Mecklenburg-Vorpommern, die bis Ende des Jahres vorliegen sollen.

Kulturministerin Birgit Hesse (SPD), die den Dialog als Reaktion auf Forderungen auf der Landeskulturkonferenz 2017 initiiert hatte, nahm krankheitsbedingt nicht an der Auftaktveranstaltung teil. Weitere Treffen sind bis März in Güstrow, Neubrandenburg und Stralsund geplant.

Fragen zu Finanzierbarkeit dominieren

In sieben Arbeitsgruppen trugen die Konferenzteilnehmer ihre Erfahrungen mit der Kulturpolitik zusammen und entwickelten erste Vorschläge für die angestrebten Leitlinien. Erwartungsgemäß fand das Forum zu Kulturförderung und -finanzierung den größten Zuspruch.

Michael Jungrichter von den Theaterfreunden Schwerin erneuerte die Forderung nach einer Landeskulturstiftung, die es in anderen Bundesländern längst gebe. Er schlug zudem vor, Kultur als Pflichtaufgabe in der Landesverfassung zu verankern, um so zu verhindern, dass in Zeiten knapper Kassen immer zuerst bei der Kultur gespart werde.

Hesse hatte bei der Ankündigung der regionalen Kulturkonferenzen die Erwartung geäußert, dass die Debatte eine breite Beteiligung findet.

Ziel: Kulturszene stärken

Bei der Landeskulturkonferenz 2017 seien sich alle einig gewesen, dass das Netzwerk enger geknüpft werden müsse. „Alle wollen etwas tun, aber nichts von oben vorgeschrieben bekommen, sondern selbst mitgestalten. Das wollen wir in einer breit angelegten Diskussion nutzen“, sagte die Ministerin. Ziel sei es, Schwerpunkte zu formulieren, Kooperationen zu vertiefen und die Kulturszene besser nach außen zu präsentieren.

Weiche Faktoren wie das kulturelle Angebot spielten bei der Standortbewertung und Fachkräftewerbung eine immer größere Rolle, betonte Hesse. Auch für den Tourismus sei das Angebot an kulturellen Möglichkeiten immer wichtiger. Die oppositionelle Linksfraktion hatte die Bestrebungen begrüßt, jedoch bemängelt, dass die Debatte zur kulturpolitischen Neuausrichtung beginne, ohne dass vorher eine Bestandsaufnahme erfolgt sei.

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