Schutz vor Raubtier : Der Wolf als Kostenfaktor

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Hohe Schutzstatus des Wolfes steht in Frage: Kritiker verweisen auf die Angriffe auf Weidetiere und fordern Bejagung. Das Land zahlte im Vorjahr rund 260.000 Euro

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14. März 2019, 20:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) im vorigen Jahr rund 260.000 Euro aufgewendet, um Tierhalter beim Schutz vor Wölfen zu unterstützen, Tierverluste auszugleichen und die Ausbreitung des Raubtiers wissenschaftlich zu begleiten. „Der Schutz der Menschen und der Nutztiere hat absolute Priorität“, versicherte der Minister am Donnerstag im Landtag in Schwerin.

Ralf Borschke, von der Fraktion Freie Wähler/BMV geht nach eigenen Worten von weit höheren Kosten aus, die mit der Rückkehr des Wolfes einhergehen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft etwa beziffere die Kosten in Bayern allein für Schutzzäune für Weidetiere auf 327 Millionen Euro.

Es muss für die Gesellschaft klar sein, dass ausufernder Artenschutz auch viel Geld kostet. Ralf Borschke, von der Fraktion Freie Wähler/BMV

Ausgaben für Wieder-Ansiedlung des Wolfes in der Kritik

Der Wolf verursache Kosten. Dazu zähle neben den Präventionsmaßnahmen auch der Ausgleich sogenannter Rissschäden. Der Antrag, eine „Kostenstatistik Wolf“ erstellen zu lassen, fand aber keine Mehrheit. Die vom Land aufgewendeten Mittel würden nicht verheimlicht und seien im Landeshaushalt hinreichend dokumentiert, betonte der Minister.

Die Kostendebatte sei in vollem Gange, sagte die CDU-Abgeordnete Beate Schlupp. In vielen Orten gebe es wenig Verständnis dafür, dass Geld für die Rückkehr des Wolfes bereitstehe, nicht aber für die neue Ausstattung der Kita. Schlupp gilt seit langem als Verfechterin einer Begrenzung der Wolfspopulationen, wie sie auch vom Bauernverband befürwortet wird.

Generelle Jagd auf den Wolf bislang ausgeschlossen

Backhaus aber lehnte in seiner Rede die wiederholt erhobene Forderung nach einer generellen Bejagung des Wolfes ab. Der hohe Schutzstatus gelte fort, so lange der „gute Erhaltungszustand“ der bis vor wenigen Jahren in Deutschland ausgestorbenen Art nicht gegeben sei. Dennoch müsse es klare Festlegungen für den Fall geben, sollten Tiere wiederholt auffällig gewesen sein. „Wir brauchen unverzüglich Regelungen, dass Täterwölfe und Täterrudel getötet werden dürfen“, sagte Backhaus und beklagte, dass die Bundesregierung in dieser Frage nicht schnell genug handle.

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Der Wolf breitet sich im Nordosten immer weiter aus. Dem Agrar- und Umweltministerium zufolge gibt es inzwischen sechs Rudel im Land. Die Reviere liegen zwischen der Kalißer Heide im Westen und der Insel Usedom im Osten. Bei Wolfsangriffen im Land wurden seit 2007 mehr als 400 Nutztiere getötet.

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Das Bundesamt für Naturschutz schätzte Ende 2018 die Zahl der Wolfsrudel auf bundesweit 73. Eine Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Wölfe lasse sich nur grob schätzen, da die Rudelgröße zwischen drei und elf Tieren variiere. Wölfe sind in Deutschland durch EU-Regelungen und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

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