Aufruf an unsere Leser : Und, wie war das mit Ihrem Trabi?

imago64542307h
1 von 3

Zusammen mit dem DDR-Museum in Berlin suchen wir Ihre Geschichten mit dem Trabant 601

von
20. März 2019, 20:00 Uhr

Klaus Ott hat alles mit dabei. Keilriemen, Eisensägeblatt, Rödeldraht, Strumpfhose, eine Kiste Bier, er nennt sie flüssiges Brot. Mit dem Trabant an die Ostsee. Wer weiß, was passiert. Alleine bis Stralsund sind es von Güstrow über 100 Kilometer.

Ein schönes Wochenende soll es werden, zusammen mit seiner Frau, die Sonne am Strand genießen, die Ruhe im eigenen Bungalow.

Kurz vor der Autobahnausfahrt Stralsund werden die Otts überholt. Ein lauter Knall. Seine Frau sagt: „Der macht aber einen Krach!“ – „Fahr rechts ran, das ist unser Trabi.“

Das war im Sommer 1988.

Klaus Ott hat den Leserbrief vor zwölf Jahren an die Schweriner Volkszeitung geschickt. Anlass war der 50. Geburtstag des Trabants. Nach einem Aufruf erreichte die Redaktion beinahe täglich eine neue Geschichte. Manchmal verrückt, manchmal komisch, mitunter sogar tragisch – aber jede geschrieben mit dem wohlwollenden Blick zurück auf den Trabant, auch auf das eigene Leben.

Nun sind wir wieder auf der Suche

Das DDR-Museum in Berlin plant ab dem 11. Juni 2019 eine Sonderausstellung. Hauptdarsteller ist der Trabant 601 – und die Zahl 26.

Der Trabant 601 hatte 26 Pferdestärken, einen 26-Liter-Tank, seine Produktion endete 1990: nach 26 Jahren. Das Museum sucht nun Geschichten und Gegenstände für 26 Vitrinen. Vielleicht ja mit Ihrer Geschichte.

Und wie ging das mit den Otts weiter?

Der Knall, es ist das Auspuffrohr. Ein Riss genau am Vorschalldämpfer. Klaus Ott hat in seinem Leserbrief geschrieben: „Der Kamerad Rost hatte ganze Arbeit geleistet, ohne dass die Werkstatt das je einmal bemerkt hatte.“

Im Kofferraum sieht Ott den Staubsauger, gedacht zum Putzen im Bungalow. Er schneidet – „zum Entsetzen meiner Frau“ – ein etwa zwölf Zentimeter langes Stück vom Rohr ab. Ab in den Auspuff damit. Noch mit ein bisschen Bindedraht umwickeln und fertig. „Was von mir als Hilfslösung bis zur nächsten Werkstatt gedacht war, entpuppte sich als so stabile und dichte Verbindung ohne jegliches Nebengeräusch, dass ich auf die Werkstattreparatur verzichtete. Mit der von mir praktizierten Auspuffverbindung bin ich viele Tausend Kilometer bis zur Wende gefahren, ohne dass ich dafür einen Orden bekommen habe.“
 

Sie und der Trabant 601

Zusammen mit dem DDR-Museum in Berlin suchen wir Ihre Trabant-601-Geschichte. Sie fuhren ihn zu DDR-Zeiten, vielleicht sogar noch heute? In der Sonderausstellung „Mein Trabi – 26 Zweitaktgeschichten“ könnte sie ihren Platz finden. Erinnerungen, Fotos, Objekte; vielleicht die Strumpfhose als Keilriemen-
ersatz, mit der Sie Ihren Trabant damals wieder auf Trab brachten? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte. Entweder per

E-Mail an redaktion@medienhausnord.de oder per Post an die Schweriner Volkszeitung, Stichwort Leserbrief, Gutenbergstraße 1, 19061 Schwerin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen