Ohne Abo lesbar : Was Sie über das Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern wissen müssen

Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum

Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum

Das Coronavirus breitet sich auch in MV weiter aus. Hier gibt es die wichtigsten Infos stets aktualisiert im Überblick.

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23. Oktober 2020, 15:30 Uhr

Am Mittwoch hat das Landesgesundheitsamt 294 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz für ganz Mecklenburg-Vorpommern liegt nun bei 113,6.

Die aktuellen Zahlen

Insgesamt wurden bislang 17.553 Menschen in MV positiv auf das Virus getestet. Aktuell gibt es 3563 Corona-Infizierte im Land. 380 Personen müssen aktuell im Krankenhaus behandelt werden, 88 davon auf Intensivstationen.

Bislang gab es 340 Sterbefälle in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Schema des Robert Koch-Instituts soll Schätzungen zur Zahl der genesenen Personen ermöglichen. Danach sind etwa 13.650 der positiv getesteten Menschen (ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer) in MV von einer COVID-19-Erkrankung genesen.

Verschiedene Medien verbreiten unterschiedliche Zahlen an Coronafällen. Das liegt daran, dass sie sich auf verschiedene Quellen berufen. Unsere Zahlen stammen vom LAGus und können abweichen.

Eine aktuelle Karte finden Sie hier.

Das Wichtigste im Überblick:

Die Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Corona und den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus finden Sie übersichtlich zusammengefasst auf dem Internetportal der Landesregierung >> Hier weiterlesen

  • Der Einzelhandel wird vom 16. Dezember bis zum 14. Februar geschlossen. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken. Dazu zählen: Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte; Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Tierbedarf, Futtermittelmärkte, Weihnachtsbaumverkauf und Großhandel.
  • Ab 16. Dezember wird die Präsenzpflicht in den Schulen in MV aufgehoben, damit möglichst viele Kinder im Distanzunterricht beschult werden können. Dabei geht es um Schüler von der 1. bis  zur 6. Klasse. Für Jungen und Mädchen ab der 7. Klasse war ohnehin bereits zuvor beschlossen worden, dass sie Distanzunterricht erhalten. Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 14. Februar.
  • Die Schulen in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim dürfen vom 25. Januar an nur noch für eine Notbetreuung öffnen, weil dort die Infektionszahlen besonders hoch sind. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es diese Einschränkung bereits.Die Eltern in den betroffenen Landkreisen können ihre Kinder bis Klasse 6 nur noch dann in die Schule bringen, wenn sie in einem systemrelevanten Beruf arbeiten. Für die Abschlussklassen, also etwa die Jahrgänge 10 und 12, soll der Präsenzunterricht aber landesweit möglich sein.In den anderen Landkreisen sowie in Schwerin und Rostock bleiben die Schulen bis Klasse 6 grundsätzlich für alle Kinder geöffnet.
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden ab dem 16. Dezember geschlossen.
  • Die Maskenpflicht ist seit dem 9. Dezember auf öffentliche Plätze und belebte Straßen ausgeweitet und gilt im gesamten Bundesland. Die zuständigen geben die betroffenen Plätze bekannt. Die bestehende Maskenpflicht soll im Nahverkehr und in Geschäften verschärft werden. Dort sollen Menschen ab dem 25. Januar einfache OP-Masken oder etwa FFP2-Masken tragen..
  • Alkohol darf seit dem 9. Dezember nicht mehr in der Öffentlichkeit ausgeschenkt werden. Damit sollen Menschenansammlungen vermieden werden.
  • In Hochrisiko-Kreisen, wie momentan der Seenplatte, gilt ein striktes Reiseverbot über 15 Kilometer vom Wohnort hinaus, aber auch Einreiseverbote und Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 6 Uhr.
  • Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen seit dem 9. Dezember nur noch von jeweils einem Angehörigen am Tag besucht werden. Zudem wird es dort zur Unterbindung von Infektionsketten vermehrt Corona-Tests geben.
  • Hotels, Gasthöfe, Pensionen und andere touristische Betriebe dürfen ab dem 2. November keine Urlaubsgäste mehr aufnehmen. Gebuchte Urlaubsreisen können somit nicht angetreten werden.
  • Die Tourist-Informationen in den Kommunen durften ab 1. Dezember wieder öffnen.
  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist ab dem 10. Januar nur mit den Angehörigen des eigenen und einer weiteren Person gestattet.Dazugehörige Kinder bis 12 Jahre werden nicht mitgerechnet, wenn dies zur Betreuung des Kindes erforderlich ist. Auch werden notwendige Begleitpersonen eines Menschen mit Behinderungen nicht mitgerechnet.
  • Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen sind seit dem 2. November geschlossen. Davon ausgenommen sind die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von nicht öffentlich zugänglichen Kantinen.
  • Kinos, Museen, Freizeitparks, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Fitnessstudios sind seit dem 2. November geschlossen. Sport ist nur noch alleine, zu zweit und mit Mitgliedern des eigenen Hausstands, also zum Beispiel der eigenen Familie möglich. Die Außenbereiche von Zoos dürfen geöffnet bleiben.
  • Die Impfzentren in MV sind eingerichtet, die Impfungen haben am 27. Dezember begonnen
  • Bei Verstößen gegen die Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt in Mecklenburg-Vorpommern ein Bußgeldkatalog. Die Höhe der Bußgelder reicht bis zu 2000 Euro.
  • Laut Bund-Länder-Beschluss müssen Arbeitgeber das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern es der Job zulässt. Eine entsprechende Verordnung soll zunächst bis zum 15. März gelten.

svz.de stellt Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Informationen über die Krankheit, die Verbreitung und die Konsequenzen in Mecklenburg-Vorpommern kostenlos zur Verfügung. Teilen Sie diesen Artikel auch gerne mit Freunden, Ihrer Familie und Kollegen in sozialen Netzwerken.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie im Liveticker.

Maßnahmenpaket der Landesregierung im Überblick

  • Um den Unternehmen in MV durch die Corona-Krise zu helfen, legt die Landesregierung einen Schutzfonds im Umfang von 1,1 Milliarden Euro auf.

Antragsformular Soforthilfen als PDF runterladbar

Unterstützung für Unternehmen

Kurzarbeitergeld soll die kurzfristigen Ausfälle in der Wirtschaft überbrücken. Die Voraussetzungen wurden erleichtert. Bisher mussten mindestens 30 Prozent der Arbeitnehmer von einem Lohnausfall von jeweils mehr als zehn Prozent ihres monatlichen Bruttolohns betroffen sein. Ab 1. März reichen nun 10 Prozent der Beschäftigten. Die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallenen Arbeitszeiten übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Die mögliche Bezugsdauer liegt bei 12 Monaten, kann aber unter Umständen auf 24 Monate ausgedehnt werden.

Weil den ersten Unternehmen das Geld auszugehen droht, mehren sich bei Banken, Sparkassen und Bürgschaftsbank  die Anfragen besorgter Firmenchefs. Die Banken setzten alles daran, den Bedarf zu decken – mit Zwischenfinanzierungen, Überbrückungskrediten oder verlängerten Rückzahlungsfristen. Dabei sollen den Firmen keine zusätzlichen Kosten entstehen, sicherte Rüdiger Grahn zu, Firmenkundenchef der HypoVereinsbank in Rostock.

Was Sie über die Krankheit wissen müssen:

Was sind die Symptome?

Das Coronavirus kommt bei den Symptomen einer Erkältung nahe. Teilweise haben Infizierte auch keine Symptome bemerkt. Außerdem sind Fieber, Husten und Atemprobleme möglich, die auch bei einer echten Grippe auftreten können. Bei schwereren Verläufen kann das Coronavirus zu einer Lungenentzündung führen. Gefährlich ist das Virus vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Vorerkrankungen und alte Menschen.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Mit der Coronavirus-Imfpung ist in Dezember 2020 begonnen worden. Es wird noch mehrere Monate dauern, bis ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist. Um die Ausbreitung der Krankheit auszubremsen, raten Experten zu den gewöhnlichen Hygienemaßnahmen, die Menschen in Zeiten der Grippewelle ohnehin beachten sollten. Dazu zählen unter anderem:

  • regelmäßiges, häufiges und sorgfältiges Händewaschen – mindestens 20 Sekunden mit Seife bis zum Handgelenk
  • Desinfektionsmittel verwenden
  • nur mit gewaschenen Händen ins Gesicht fassen.

Personen über 60 Jahre und Personen mit chronischen Grunderkrankungen sollten den Impfschutz auf Pneumokokken überprüfen und gegebenenfalls diese von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Standardimpfung nachholen. Ein Impfschutz gegen Pneumokokken wirkt zwar nicht gegen das Coronavirus, aber er kann potenziell schweren Krankheitsverläufen durch Doppelinfektionen vorbeugen. Denn eine bereits befallene Lunge kann zusätzlich noch von anderen Erregern angegriffen werden. Von Pneumokokken ist bekannt, dass sie sich bevorzugt auf virale Infektionen „aufsetzen“ können.

Auch für Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit gelten, wie bei älteren Menschen, zusätzliche Impfempfehlungen (Indikationsimpfungen). Für sie wird ebenfalls von der STIKO u.a. eine Pneumokokken-Impfungen empfohlen. Die Pneumokokken-Impfung ist außerdem für Personen mit beruflicher Exposition gegenüber Metallrauch (z.B. Schweißer) empfohlen.

Wer ist vom Coronavirus besonders gefährdet?

Das Coronavirus ist besonders gefährlich für:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • alte Menschen
  • Männer

Wie bei der Grippe sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährdet, vor allem alte und kranke Menschen. Das legt eine Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden nahe. Bei den Todesfällen durch Covid-19 berichteten Ärzte, dass die Verstorbenen unter Vorerkrankungen gelitten hatten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck.

Die Gefahr steigt vor allem mit dem Alter und für Menschen ab 50 Jahre. In der Altersgruppe der Menschen ab 80 Jahren liegt die Sterblichkeit bei 14,8. Das überrascht nicht, denn ältere Menschen bringen oft Vorerkrankungen mit. Außerdem sind Männer mit einer Sterblichkeit von 2,8 Prozent eher gefährdet als Frauen (1,7 Prozent) – eine genaue Erklärung dafür gibt es noch nicht.

Was mache ich, wenn ich befürchte, mich infiziert zu haben?

Wichtig: Wer Sorge hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und Symptome aufweist, sollte nicht zum Arzt gehen. Dort besteht die Gefahr, das Virus an andere zu übertragen.

Das Kieler Gesundheitsministerium rät, zunächst seinen Hausarzt oder seine Hausärztin anzurufen und telefonisch das weitere Vorgehen zu besprechen.

Darüber hinaus können Patientinnen und Patienten sich an das ab dem 1. Januar deutlich ausgebaute Angebot unter der Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinung wenden. Diese ist auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar und leistet Hilfestellung bei der Entscheidung über weitere Schritte. Damit sollen Patientinnen und Patienten dahin weitervermittelt werden, wo sie am besten aufgehoben sind.

Wo bekomme ich telefonisch noch weitere Hilfe?

Neben der Notrufnummer 116 117, über die der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen rund um die Uhr ärztliche Hilfe vermittelt, gibt es noch weitere Hotlines.

Allgemeines Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministerium
+49 30-346 465 100

Bürgertelefon des Landesgesundheitsministeriums:
431-7970001 (werktäglich von 8-18 Uhr)

Bürgertelefon:
0385-588 5888

Informationstelefon für Unternehmer in MV:
0385-588 5588

Was sind Risikogebiete?

Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Kriterien (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete), exportierte Fälle in andere Länder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.

Welche Orte aktuell als Risikogebiete gelten, finden Sie hier.

Wieviel bestätige Corona-Fälle gibt es deutschlandweit?

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Wo bekomme ich weitere Informationen?

Das Robert-Koch-Institut stellt aktuelle Informationen, Krisenpläne und Fallzahl-Meldungen hier zur Verfügung.

Das Gesundheitsministerium informiert auf seiner Homepage regelmäßig über neue Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern. Hier geht es zu der Seite.

Über die Entwicklungen vor Ort berichten auch die einzelnen Kreise auf ihren Webseiten.

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