Corona in MV : Regierung in Schwerin berät über weitere Wirtschaftshilfen

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Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Schleifspuren auch in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Bund und Land versuchen mit Milliarden-Hilfen die Folgen zu mildern und so die Existenz möglichst vieler Firmen zu sichern.

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31. März 2020, 08:34 Uhr

Der Schutz der Wirtschaft vor den ökonomischen Folgen der Corona-Krise bleibt eines der Hauptanliegen der Politik in Mecklenburg-Vorpommern. Daher will die Landesregierung ihre Finanzhilfen auch auf Unternehmen ausdehnen, die mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen. Über Art und Umfang der Unterstützung wird nach Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) das Kabinett auf seiner regulären Sitzung am Dienstag beraten. „Unser Ziel ist, Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor der Telefonkonferenz ihres Kabinetts.

Staatliche Hilfen laufen an

Selbstständige, kleine und mittlere Firmen können bereits seit Mitte vergangener Woche auf staatliche Hilfen zugreifen. Der Bund gewährt Betrieben mit ein bis zehn Beschäftigten, die wegen der Corona-Epidemie massive Umsatzverluste erlitten, je nach Größe 9000 bis 15 000 Euro. Um die Hilfe zu beschleunigen, streckt das Land das Geld vor, das nicht zurückgezahlt werden muss. Größeren Firmen mit 11 bis 49 Mitarbeitern greift das Land mit Zuschüssen zwischen 25 000 und 40 000 Euro unter die Arme. Nun soll geklärt werden, welche direkte Hilfe größeren Betrieben zuteilwird, die zudem auf zinsgünstige Kredite und Landesbürgschaften zurückgreifen können.

Laut Glawe wurden bislang etwa 6,7 Millionen Euro an Antragsteller ausgezahlt. Die Nachfrage sei ungebrochen hoch, etwa 16 000 Anträge seien beim Landesförderinstitut eingegangen, sagte er.

Der in der Vorwoche beschlossene „MV-Schutzfonds“ für die Wirtschaft des Landes umfasst insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Er wird zum Großteil mit neuen Schulden finanziert. Am Mittwoch soll der dafür erforderliche Nachtragshaushalt im Landtag beraten und beschlossen werden. „Die Corona-Krise trifft unsere Wirtschaft hart. Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass Unternehmen und Arbeitsplätze stabilisiert werden“, erklärte Schwesig.

Wirtschaftliche Folgen im Norden

Einer Umfrage der norddeutschen Industrie- und Handelskammern unter ihren Mitgliedsunternehmen zufolge erwarten rund drei Viertel der Befragten für 2020 Umsatzrückgänge von mehr als zehn Prozent. Mit Einbußen von mehr als 50 Prozent rechnet über alle Branchen hinweg rund ein Viertel der Unternehmen. Etwa 40 Prozent der befragten Firmen berichtete über bereits bestehende Liquiditätsengpässe, fast ebenso viele erwartet Personalabbau.

Mit einer Reihe von Maßnahmen versuchen Bund und Land, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. Dazu gehörten die Schließung von Schulen, Kitas und vielen Geschäften bis zum 19.

April. Zudem wurden Kontaktverbote verhängt und der für das Land als Wirtschaftsfaktor enorm wichtige Tourismus vollständig zurückgefahren. Damit soll die Einschleppung des Virus verhindert und das Gesundheitssystem im Land vor einer möglichen Überlastung geschützt werden.

Die Zahl der Corona-Infektionen lag am Montag (16.30 Uhr) bei 366, das waren 10 mehr als am Tag zuvor. Laut Landesamt für Gesundheit und Soziales mussten oder müssen 36 Menschen im Krankenhaus behandelt werden, 7 davon auf einer Intensivstation. Am Samstag war ein 57-jähriger Mann aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gestorben, er war der erste Todesfall im Nordosten im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

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