Mecklenburg-Vorpommern : Bundeswehr zu weiteren Hilfen bei Corona-Abwehr bereit

Brigadegeneral Markus Kurczyk (l.) besucht das Lagezentrum Corona-Hilfe im Marinekommando in Rostock.

Brigadegeneral Markus Kurczyk (l.) besucht das Lagezentrum Corona-Hilfe im Marinekommando in Rostock.

In Krisensituationen kommt die Bundeswehr auch im Inland zum Einsatz. Nach Hochwassern und Waldbrand sorgt nun ein Virus für eine Ausnahmesituation. Auch da steht das Militär für Hilfen bereit.

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13. April 2020, 09:55 Uhr

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kann Mecklenburg-Vorpommern nach Einschätzung von Brigadegeneral Markus Kurczyk bei Bedarf auf ein bestens funktionierendes zivil-militärisches Netzwerk zurückgreifen. „Wir haben hier im Land im Nachhinein den Vorteil, dass wir in den vergangenen Jahren nicht nur Übungen miteinander durchgeführt haben, sondern auch im scharfen Einsatz standen“, sagte Kurczyk, der im März die Führung des Landeskommandos der Bundeswehr im Nordosten übernommen hatte.

Das schaffe Vertrauen und festige Abläufe. Als Beispiele nannte er die wiederholte Hochwasser-Bekämpfung an der Elbe und die Eindämmung des verheerenden Waldbrandes im vorigen Sommer auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen.

Personeller Einsatz überschaubar

Anders als beim Hochwasser, als Hundertschaften Sandsäcke füllten und an den brüchigen Elbdeichen stapelten, oder beim Löscheinsatz in Lübtheen, sei der personelle Einsatz der Bundeswehr in der aktuellen Corona-Krise im Land bislang überschaubar. So würden im Landkreis Vorpommern-Rügen vereinzelt Soldaten in stationären Teststationen helfen. Zudem hätten Angehörige des Sanitätsversorgungszentrums Kramerhof ein mobiles Testteam unterstützt.

Wegen der höheren Infektionslast in Süddeutschland sei der Hilfebedarf dort höher. Doch könne auch im Norden die Unterstützung hochgefahren werden, falls der Bedarf wachse. Deshalb sei auch die regelmäßige Kommunikation zwischen Politik und Landeskommando wichtig. „Wir sind bei jeder Sitzung der Interministeriellen Arbeitsgruppe dabei, die aktuell zwei Mal pro Woche tagt. Und persönlich stehe ich natürlich bereit zur Beratung der Landräte, der Oberbürgermeister, der Ministerpräsidentin und des Innenministers“, sagte Kurczyk.

„Wer nicht weiterkommt, soll mit uns reden“

In den Kreisverbindungskommandos erhielten Kommunalpolitiker Hilfe etwa bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen. „Wer nicht weiterkommt, soll mit uns reden“, betonte Kurczyk. Am unkompliziertesten sei die Bereitstellung helfender Hände zu organisieren. „Es gibt Standorte, da gehen Soldaten nach Dienstschluss für ältere Menschen Einkaufen“, berichtete Kurczyk.

Organisationen wie das THW oder das DRK könnten im Bedarfsfall ebenfalls temporär unterstützt werden, wenn deren Personal eine Pause benötige. Dafür gebe es beim regionalen Führungsstab der Bundeswehr für Norddeutschland in Rostock Unterstützungszüge, die in ständiger Bereitschaft stünden. „Wenn jemand in Mecklenburg-Vorpommern Hilfe braucht, dann können wir in wenigen Stunden mit hinreichendem Personal auf der Bildfläche erscheinen“, versicherte Kurczyk.

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