Bundeswehr : Cyber-Einheit zieht in Kaserne bei Neubrandenburg

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Auch in der brandenburger Barnim-Kaserne wird der Organisationsbereich «Cyber- und Informationsraum» angesiedelt

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01. August 2019, 15:19 Uhr

Die Bundeswehr behält nun doch eine Kaserne in Trollenhagen bei Neubrandenburg, die ursprünglich zur Schließung vorgesehen war. Auf dem Militärgelände neben dem Flugplatz Trollenhagen soll der «Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum» einziehen, gab das Bundesverteidigungsimisterium am Donnerstag bekannt.

Nach fast zweieinhalb Jahrzehnten des Schrumpfens wachse die Bundeswehr nun wieder. Insgesamt werden elf weitere Militärstandorte doch behalten, darunter auch die Barnim-Kaserne in Strausberg (Brandenburg), wo ebenfalls eine Organisation «Cyber- und Informationsraum» einziehen soll. Das Bundesverteidigungsministerium hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass elf Kasernen doch bei der Bundeswehr bleiben sollen, darunter Trollenhagen und Strausberg.

Konkrete Pläne für Neubrandenburg noch offen

Die Bundeswehreinheit hat noch keine detaillierten Planungen für die Standorte Trollenhagen bei Neubrandenburg und Strausberg. Wie ein Sprecher der Einheit am Freitag in Bonn sagte, verfügt die „Organisationseinheit“ über insgesamt 14 500 Stellen, also ähnlich viele wie die Marine. Die CIR-Mitarbeiter hätten besonders viel Expertise in Informations- und Datentechnik, deren Erhebung und Sammlung sowie im Nachrichtenwesen. Derzeit werde wegen der ständig steigenden Datenmengen unter anderem erwogen, neue Rechenzentren einzurichten.

Die Mitarbeiter des „Cyber- und Informationsraumes“ seien vor allem in der Region Bonn sowie bis auf ein Cyber-Bataillon in Storkow (Brandenburg) und eine Einheit in Erfurt in den alten Bundesländern konzentriert. Die Einheit sei gleichberechtigt mit „Sanitätsdienst“ oder der „Streitkräftebasis“, die für die materielle Basis für Übungen oder Einsätze verantwortlich ist.

 Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) und der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) begrüßten die Pläne. Politiker im Osten hatten die Bundesregierung mehrfach aufgefordert, Behörden und Einrichtungen des Bundes stärker im Osten Deutschlands anzusiedeln.

Mehr Infrastruktur wird benötigt

Für das Mehr an Personal und Material werde auch mehr Infrastruktur benötigt. Details wie etwa, wie viele Soldaten zu den Einheiten in Trollenhagen und Strausberg gehören und ab wann sie da sind, wurden nicht genannt.

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Den Militärflughafen Trollenhagen hatte der Bund bereits 2014 aufgegeben und das Gelände inzwischen an die zivilen Betreiber, zu denen die Stadt Neubrandenburg und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gehören, verkauft. Sie wollen so den zivilen Flugbetrieb sichern, da er für viele Unternehmen der Region wichtig sei. Die Gesellschafter unterstützten den Flughafen zuletzt mit rund 360 000 Euro im Jahr. Die Kaserne, die der Bund nun doch behalten will, sollte ursprünglich 2024 abgegeben werden.

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