Corona-Krise in MV : Bislang 6,7 Millionen Euro an Soforthilfen für Firmen ausgezahlt

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Es wird immer klarer - die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus wird dramatische Folgen für die Wirtschaft auch in Mecklenburg-Vorpommern haben. Erste Millionenhilfen fließen.

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30. März 2020, 17:58 Uhr

Zur Kompensation Corona-bedingter Einnahmeausfälle hat die Landesregierung nach den Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bislang etwa 6,7 Millionen Euro an Antragsteller ausgezahlt. Mit Hilfe dieser nicht rückzahlbaren Zuschüsse soll Solo-Selbstständigen, Kleinst- und Kleinunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern das unternehmerische Überleben ermöglicht werden. „Die Auszahlung der Soforthilfe läuft weiter auf Hochtouren. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch“, erklärte Glawe am Montag in Schwerin. Etwa 16.000 Anträge seien beim Landesförderinstitut eingegangen, das bislang 650 davon bewilligt habe. Die Anträge spiegelten die breite Vielfalt aller Branchen wider.

Viele Unternehmen von Insolvenz bedroht

Dennoch könnte das Coronavirus eine Schneise der Verwüstung durch die norddeutsche Wirtschaft ziehen. Beinahe jedes fünfte Unternehmen in den Küstenländern sieht sich nach einer Umfrage gegenwärtig von einer Insolvenz bedroht, teilte die IHK Nord am Montag in Hamburg mit. Damit liege der Norden genau im ähnlich gravierenden Bundestrend.

Von rund 4500 Unternehmen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gaben drei Viertel an, dass sie Umsatzrückgänge von mehr als zehn Prozent für das Geschäftsjahr 2020 erwarten. Mit Einbußen von mehr als 50 Prozent für den Umsatz rechnen über alle Branchen hinweg sogar rund ein Viertel der Unternehmen. Fast die Hälfte der Unternehmen erwartet einen teilweisen bis kompletten Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit.

Blanke Existenzangst

In einer verbandsinternen Befragung zu Beginn des Jahres rechneten 62 Prozent der Anbieter noch mit ähnlich guten Geschäften wie 2019, zwölf Prozent sogar mit Steigerungen. Die jüngste Verbandsumfrage aber zeigt nicht nur Ernüchterung, sondern blanke Existenzangst: Demnach rechnen 95 Prozent der rund 900 befragten Unternehmer mit starken Umsatzeinbußen, 40 Prozent mit einem Komplettausfall des Umsatzes.

Es zeichneten sich über das Jahr Umsatzverluste von 10 bis 20 Prozent ab, sagte Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf. Niemand wisse zudem, wie lange die Krise anhalte und wann der Tourismus wieder in Gang komme. „Das Wichtigste ist, dass wir die Betriebe und damit die Arbeitsplätze möglichst alle erhalten.“

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

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