Bienen-Volksbegehren in Bayern : Insektenschwund - Backhaus fordert mehr Zusammenarbeit der Landnutzer

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Insekten brauchen intakte Lebensräume. Agrar- und Umweltminister Backhaus hat dafür eine Insektenschutzstrategie entwickeln lassen. Den Grünen reicht das nicht.

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14. Februar 2019, 16:09 Uhr

Angesichts der Zustimmung zum Bienen-Volksbegehren in Bayern wegen des Insektenschwunds hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) eine verstärkte Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Die Landesregierung engagiere sich seit Jahren für den Schutz der Lebensräume von Insekten, sagte Backhaus am Donnerstag in Schwerin. So gebe es die Insektenschutzstrategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“, mit der sich das Land für eine bundesweite Abstimmung der Forschung und die bessere Vernetzung von Forschungsergebnissen einsetze.

Grünen-Chefin Claudia Schulz sagte, die Insektenschutzstrategie bestehe bisher nur aus schönen Worten und ein paar Einzelmaßnahmen. „Wir schlagen deshalb vor, zehn Prozent gepflegter Brachflächen auf allen landwirtschaftlichen Flächen als Rückzugs- und Trittsteinflächen auf Äckern, Wiesen und Weiden zu etablieren.“

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Maßnahmen auf einem Drittel der Ackerfläche

Backhaus zufolge sieht die Strategie des Landes vor, dass die Landnutzer mehr für den Schutz der Insekten tun. Die großflächigen Agrarstrukturen müssten aufgebrochen, mehr Hecken, Brachen und breite Feldränder angelegt werden. Zudem tragen Landwirte durch den Anbau von blühenden Haupt- und Zwischenfrüchten, die extensive Grünlandbewirtschaftung oder den Öko-Landbau zum Bienen- und Insektenschutz bei. Die Maßnahmen würden auf einem Drittel der Ackerfläche umgesetzt, sagte der Minister.

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Teil der Insektenstrategie sei ein dreijähriges Projekt für bessere Lebensräume der Insekten im Wald. Voneinander getrennte Wälder sollen über Hecken, die Pflanzung von Baumgruppen und die Einbeziehung von insektenfreundlich gestalteten Strom- oder Bahntrassen miteinander verbunden werden. Das ermögliche den genetischen Austausch einzelner Populationen. Wichtige Insekten-Lebensräume seien Streuobstwiesen. Mit einem Genussschein habe das Land ein Finanzierungsinstrument zur Anlage von Streuobstwiesen auch für Privatleute geschaffen.

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Grüne wollen Änderungen des Naturschutzgesetzes

Die Grünen halten darüber hinaus Änderungen im Naturschutzgesetz für notwendig, zum Beispiel für besser vernetze Biotope, Uferrandstreifen und den Ausbau des ökologischen Anbaus. „Artenreiches Grünland ist sehr rar geworden in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Schulz. Es sollte als gesetzlich geschütztes Biotop ausgewiesen werden. Überfällig sei auch eine Neufassung des Landeswassergesetzes mit Regelungen zur Anlage von mindestens zehn Meter breiten Puffer- und Schutzstreifen an Gewässern. Zudem halten die Grünen eine Professur für Ökolandbau für nötig. Ökolandbau sollte ein fester, prüfungsrelevanter Lehrbestandteil in Studium und Ausbildung werden.

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