Stralsund : Bahn investiert 22 Millionen in „Boxenstopp“ für Fernzüge

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Die Deutsche Bahn will künftig in Stralsund ICE- und IC-Züge reinigen und warten. Bis zum Jahresende soll eine solche Anlage gleich neben dem Hauptbahnhof entstehen.

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04. Juni 2020, 12:14 Uhr

Die Deutsche Bahn investiert in Stralsund 22 Millionen Euro in den Bau einer Abstell- und Behandlungsanlage für Fernverkehrszüge. In der Werkstatt sollen bis zu sieben ICE-Züge gleichzeitig gesäubert, gewartet und auf die nächste Fahrt vorbereitet werden, teilte der Konzern bei der Grundsteinlegung am Donnerstag mit. Der neue „Boxenstopp“ soll bis zum Fahrplanwechsel im Dezember direkt neben dem Hauptbahnhof entstehen. Auf einer Fläche von 48 000 Quadratmetern werden sieben Gleise von jeweils 360 bis 430 Metern Länge gebaut. Etwa sieben Kilometer Schiene würden verlegt.

Bahn: Wichtigstes Drehkreuz in MV

In der Anlage sollen zwölf Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz sein, um die Fahrgasträume und sanitären Anlagen der Züge zu reinigen, die in Stralsund beginnen und enden. Auch kleine Reparaturen sollen ausgeführt werden.

Stralsund ist nach Angaben der Bahn für den Fernverkehr im Nordosten das wichtigste Drehkreuz. Bis zu 25 ICE- und IC-Züge halten dort täglich. Sie bringen vor allem Touristen aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Frankfurt/Main, München und Berlin an die Ostseeküste.

Erster neu gebauter „Boxenstopp“

Der DB-Konzernbevollmächtigte für Mecklenburg-Vorpommern, Joachim Trettin, sagte, mit mehr Angebot und neuen komfortablen Zügen solle die Tourismusregion Vorpommern-Rügen weiter gestärkt werden. „Die Region lebt vom Tourismus und die Bahn hat das erkannt.“

Die Deutsche Bahn will nach Angaben des Leiters Bereitstellung und Instandhaltung, Thomas Hempe, bundesweit zwölf derartige „Boxenstopps“ für Fernzüge neu bauen oder einrichten. Stralsund sei nach Dresden die zweite Anlage in Ostdeutschland und die erste, die neu gebaut wird.

Stadt will zusätzlichen Haltepunkt

Die Hansestadt Stralsund dringt Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) zufolge auf einen zusätzlichen Bahnhaltepunkt in Stralsund-Süd. „Stralsund will wachsen und braucht eine Infrastrukturanbindung für eine schnelle Verbindung nach Greifswald.“ Die Fahrzeit zwischen den Städten würde zwölf Minuten betragen, mit dem Auto eine halbe Stunde. Der Bund würde die Infrastrukturvoraussetzungen übernehmen. Jetzt sei die Stadt mit dem Land in Verhandlung. Pläne hat die Stadt auch für die drei alten, unter Denkmalschutz stehenden Lokschuppen. Sie will sie von der DB erwerben und zum Verwaltungssitz und Kulturzentrum umbauen.

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