Mecklenburg-Vorpommern : Babyklappen selten genutzt

Ein Hinweisschild für die Babyklappe auf dem Gelände der Helios-Kliniken. In den beiden Babyklappen in Mecklenburg-Vorpommern werden pro Jahr im Durchschnitt jeweils ein bis zwei Neugeborene abgegeben.

Ein Hinweisschild für die Babyklappe auf dem Gelände der Helios-Kliniken. In den beiden Babyklappen in Mecklenburg-Vorpommern werden pro Jahr im Durchschnitt jeweils ein bis zwei Neugeborene abgegeben.

Vor 20 Jahren wurde die bundesweit erste Babyklappe in Hamburg eingerichtet. Seit 2005 gibt es auch zwei Klappen im Nordosten. Sie werden selten genutzt - auch, weil es mittlerweile andere Möglichkeiten für Mütter gibt.

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28. April 2020, 09:44 Uhr

In den beiden Babyklappen in Mecklenburg-Vorpommern werden pro Jahr im Durchschnitt jeweils ein bis zwei Neugeborene abgegeben. Das teilten die Helios Kliniken in Schwerin und das Klinikum Südstadt in Rostock auf Nachfrage mit. Dort gibt es seit 2005 jeweils eine Babyklappe. Diese ermöglicht Müttern, die verzweifelt sind und anonym bleiben möchten, ihr ungewolltes Kind in Sicherheit zu bringen. Die erste Babyklappe Deutschlands befindet sich in Hamburg und wurde am 8. April 20 Jahre alt.

Kritik an Babyklappen

Die Babyklappen werden den Angaben nach aber auch immer wieder kritisiert, da sie sich in einer rechtlichen Grauzone befinden. Sie würden zwar die Interessen der Mutter wahren, aber das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Wurzeln verletzen. Daher gibt es in Deutschland seit 2014 mit der sogenannten vertraulichen Geburt eine weitere Möglichkeit für Frauen mit ungewollten Schwangerschaften.

Vertrauliche Geburt

Sie werde in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt von drei bis vier Frauen im Jahr genutzt, sagte Kerstin Hagen, Oberärztin am Klinikum Südstadt in Rostock. Bei der vertraulichen Geburt können Mütter den Angaben zufolge nach einer Beratung inkognito entbinden und einen Vornamen für ihr Kind auswählen. Das Baby wird nach der Geburt vom Jugendamt, das sich um eine Adoption kümmert, übernommen.

Ihre persönlichen Daten werden in einem versiegelten Brief beim Bundesamt für Familie verwahrt. Wenn das Kind es möchte, darf es dann nach 16 Jahren den Namen seiner leiblichen Mutter erfahren.

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