Asklepios-Klinik in Parchim : Gesundheitsministerium um Lösung für Kinderstation bemüht

Die Parchims Asklepios-Klinik – auf diesem Luftbild von 2016 noch ohne den links rechtwinklig angesetzten Anbau – sucht händeringend nach Kinderärzten.
Die Parchims Asklepios-Klinik – auf diesem Luftbild von 2016 noch ohne den links rechtwinklig angesetzten Anbau – sucht händeringend nach Kinderärzten.

Zwischen Ministerium und Klinikleitung laufen intensive Gespräche. Das Ziel ist die Wiedereröffnung der Station.

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20. Juni 2019, 13:40 Uhr

Die wegen akuten Ärztemangels geschlossene Kinder- und Jugendabteilung der Asklepios-Klinik in Parchim soll spätestens Mitte Juli wieder arbeitsfähig sein. "Es laufen intensive Gespräche zwischen Ministerium und Klinikleitung. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass die Station in zwei bis drei Wochen wieder aufmacht", sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag im Landtag in Schwerin. So würden etwa Honorarkräfte gesucht, die für eine bestimmte Zeit die erkrankten Ärzte in Parchim vertreten. Die Kinder- und Jugendabteilung solle in jedem Falle erhalten bleiben. Darüber bestehe Einigkeit mit dem Betreiber.

Neue Kinderärzte schwer zu finden

In Parchim sind nach Angaben eines Kliniksprechers aktuell vier von fünf Fachmedizinern erkrankt. Das habe dazu geführt, dass seit Pfingsten keine neuen Fälle mehr hätten angenommen werden können und die Kinderabteilung inzwischen keine Patienten mehr habe. Die Rettungsleitstelle werde täglich informiert, dass die Parchimer Klinik keine Kinder aufnehmen könne. Schon seit längerem sei die angespannte Personalsituation bekannt und es habe auch Stellenausschreibungen gegeben, sagte der Sprecher. Doch seien Kinderärzte angesichts des angespannten Arbeitsmarkts schwer zu finden. Bei Notfällen werden Kinder aus der Region Parchim nach Angaben Glawes derzeit zur Behandlung nach Schwerin gebracht.

Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen verbessern

Die Situation in Parchim löste im Parlament eine Grundsatzdebatte zur medizinischen Versorgung auf dem Land aus. Der Linken-Abgeordnete Torsten Koplin forderte, mehr Ärzte auszubilden. Die Landesregierung müsse mit dafür sorgen, dass die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen besser werden und die Abwanderung von Medizinern gestoppt wird. Gunther Jess von der AfD äußerte die Ansicht, dass strukturelle Probleme Grund für regionalen Ärztemangel sind. So sei die Zahl der im Beruf tätigen Mediziner seit 1990 bundesweit von 137 000 auf 392 000 gestiegen und dennoch gebe es Lücken. Diese mit ausländischen Ärzten zu stopfen, lehne er ab. "Das ist Schmarotzertum", sagte Jess.

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