Rostock/Kiel : Arbeitsagentur appelliert an Arbeitgeber und arbeitslose Jugendliche

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Die Arbeitslosenzahlen im Mai waren für viele ein Schock: Plus 19,8 Prozent im Vergleich zum Mai 2019. Noch schlimmer war es bei Jugendlichen mit plus 34,8 Prozent. Die Chefin der Regionaldirektion erhebt ihre Stimme.

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08. Juni 2020, 08:48 Uhr

Angesichts der drastischen Steigerung der Jugendarbeitslosigkeit hat die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit an die Arbeitgeber appelliert, trotz der Corona-Krise an der Ausbildung festzuhalten. Auch in der momentanen Verunsicherung der Wirtschaft gelte: „Es gibt ein Leben nach der Corona-Pandemie. Da werden die Fachkräfte gebraucht», sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber auch die Jugendlichen sind in diesem Jahr spät dran.“ Sie sollten sich rasch bewerben, damit die Ausbildung im August/September beginnen kann. „Hinausschieben und abwarten bringt nichts.“

Kein Frühjahrsaufschwung

Im Mai 2020 waren 6585 Arbeitslose im Alter von 15 bis 25 Jahren gemeldet, 34,8 Prozent mehr als im Mai 2019. Diese Werte liegen deutlich über den Zahlen für alle Arbeitslosen mit knapp 20 Prozent. In den früheren Jahren sei jeweils im April/Mai die Jugendarbeitslosigkeit auf dem geringesten Stand gewesen, sagte Haupt-Koopmann. Die jungen Leute hätten auch vom Frühjahrsaufschwung profitiert können. In diesem von der Pandemie bestimmten Frühjahr sei dies aber nicht möglich gewesen.

Berufliche Perspektiven eröffnen

„Rund zwei Drittel der gerade arbeitslosen jungen Menschen haben keinen Berufsabschluss“, erklärte Haupt-Koopmann. Es sei die große Aufgabe der Arbeitsagenturen und Jobcenter, ihnen eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Die Jugendlichen hätten ihr ganzes Berufsleben noch vor sich. Die Agenturchefin machte den Sinn eines Berufsabschlusses klar: „Es ist nicht die Fachkraft, die zuerst entlassen wird.“

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