Landwirtschaft : Agrarausschuss will öfter die Sau rauslassen - aus dem Kastenstand

Ein Ferkel saugt an den Zitzen einer Sau, die in einen sogenannten Kastenstand gesperrt ist. /Archiv
Ein Ferkel saugt an den Zitzen einer Sau, die in einen sogenannten Kastenstand gesperrt ist. /Archiv

Sauen müssen künftig mehr Platz im Kastenstand bekommen und sie sollen nicht mehr so lange darin eingesperrt sein.

svz.de von
06. Dezember 2018, 15:17 Uhr

Der Agrarausschuss im Schweriner Landtag hat sich mehrheitlich für eine tiergerechtere Sauenhaltung ausgesprochen. Sauen sollten künftig deutlich kürzer als bisher in sogenannte Kastenstände eingesperrt sein, teilte die Ausschussvorsitzende Elisabeth Aßmann (SPD) am Donnerstag mit. Dafür hätten die Fraktionen von SPD, CDU und der Linken gestimmt.

Außerdem soll die Landesregierung aufgefordert werden, nur Stallumbauten, -modernisierungen und -erweiterungen zu genehmigen, die dem bundesweit gültigen Urteil des Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalt bei der Ausgestaltung von Kastenständen entsprechen. Bei der Umsetzung der geltenden Rechtslage in bestehenden Anlagen habe Mecklenburg-Vorpommern Nachholbedarf, sagte Aßmann. Die Anlagen sollen eine Übergangsfrist von 15 Jahren bekommen. Der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Wolfgang Weiß, bezeichnete den Beschluss als einen großen Erfolg für den Tierschutz.

Leid der Schweine soll gemindert werden

Sauen müssten derzeit den größten Teil ihres Lebens in einem Kastenstand verbringen. „Dieser Missstand, dieses Leid der Tiere, muss endlich beseitigt werden. Lassen wir die Sau raus!“, sagte der Abgeordnete. Über die Beschlussvorlage soll der Landtag auf seiner Sitzung im Januar entscheiden. Die Zustimmung des Parlaments vorausgesetzt, werden künftig nur noch Haltungssysteme unterstützt, in denen die Verweildauer der Sauen im Kastenstand so kurz wie möglich ist, und die mehr Platz bieten.

Sauen werden zum Abferkeln und zur Besamung in Kastenstände gesperrt. Diese sind oft so klein, dass sich das Schwein nicht auf die Seite legen kann, ohne mit den ausgestreckten Beinen das Tier im Nachbarstand zu berühren. Das darf nach der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nicht sein. Das OVG Sachsen-Anhalt hatte vor drei Jahren geurteilt, dass allein diese Verordnung für die Größe der Kastenstände maßgebend ist.

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