Linke in MV fordert Klarheit : Ab wann ist ein Event eine Großveranstaltung?

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Großveranstaltungen sind wegen der Corona-Pandemie bis Ende August grundsätzlich untersagt. Doch ab wann ist eine Veranstaltung groß? Eine Frage, die nicht nur die Linke im Schweriner Landtag beantwortet haben möchte.

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30. April 2020, 13:43 Uhr

Die oppositionelle Linke drängt die Landesregierung in Schwerin, eine konkrete Untergrenze für Großveranstaltungen zu nennen, um den Organisatoren kleinerer Angebote für den Sommer Planungssicherheit zu geben. Gerade im ländlich geprägten Mecklenburg-Vorpommern seien kleinere Veranstaltungen eine willkommene Abwechslung und auch Lebensunterhalt für Künstler und Veranstalter. „Was spricht also gegen Freiluftkonzerte, Lesungen, Ausstellungen, Stadtführungen mit mehr als den bislang bei Versammlungen zugelassenen 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern?“, sagte der Linke-Landtagsabgeordnete Peter Ritter am Donnerstag in Schwerin. Er bedauerte, dass die Frage auch in der jüngsten Sitzung des Innenausschusses nicht vom Innenministerium beantwortet und lediglich auf die laufende Prüfung verwiesen worden sei.

Eindeutige Aussage fehle im Nordosten

Laut MV-Plan zur schrittweisen Erweiterung des öffentlichen Lebens in der Corona-Pandemie sind auch in Mecklenburg-Vorpommern alle Großveranstaltungen bis einschließlich 31. August untersagt. Während andere Bundesländer Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern verboten hätten, fehle im Nordosten noch eine eindeutige Aussage dazu. „Es ist höchste Zeit, klare Verhältnisse zu schaffen“, mahnte Ritter, räumte aber ein, dass dies für die Landesregierung keine leichte Entscheidung sei.

Mehr zum Thema: Kein Störtebeker, kein Airbeat One, keine Hanse Sail

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kündigte an, in der ersten Mai-Woche die Regelung genauer beschreiben zu wollen. Zugleich machte sie deutlich, dass über den Sommer an dem grundsätzlichen Verbot nicht gerüttelt werde. „Klar ist allen Beteiligten, dass wir auf Großveranstaltungen wie große Sportveranstaltungen aber auch Dorffeste, Schützenfeste, Kirmes, was es an schönen Veranstaltungen vor Ort gibt, bis 31. August verzichten müssen. Diese Bereiche sind einfach schwieriger zu regeln, als etwa die Gastronomie oder der Einzelhandel“, erklärte Schwesig. Sie warb erneut um Verständnis und um Geduld: „Mir ist es lieber, dass wir im nächsten Jahr diese ganzen Feste nachholen und alle die Chance haben, gesund und munter dabei zu sein.“ Wegen des Verbots von Großveranstaltungen waren im Nordosten unter anderem die Hanse Sail in Rostock, die Störtebeker-Festspiele auf Rügen, das Piraten Open Air in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg), das Fusion-Festival in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte), das Airbeat One in Neustadt/Glewe (Kreis Ludwigslust-Parchim) oder das Bergringrennen in Teterow abgesagt worden.

 Die Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern, eine dreimonatige Klassikreihe mit etwa 150 Konzerten unterschiedlichster Größe, haben noch nicht entschieden, ob und in welchem Umfang das Sommerfestival stattfinden wird.

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