98.900 Arbeitslose

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29. Juli 2010, 07:48 Uhr

Schwerin/Kiel | Dank der Hochsaison im Hotel- und Gastgewerbe ist die Zahl der Arbeitslosen in MV weiter gesunken. 98 900 Menschen waren im Juli ohne Beschäftigung, ermittelte die Landesagentur für Arbeit. Das waren 1000 weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote fiel von 11,6 auf 11,5 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 12,7 Prozent.

Mit diesem Rückgang ließ MV im Bundesvergleich wieder Berlin (13,6), Sachsen-Anhalt (12,3) und Bremen (12,3) hinter sich und überholt im Juli erstmals auch Sachsen (11,6). "Das ist etwas herausragendes, denn Sachsen galt einst als Leuchtturm des Ostens", sagte der Agentur-Chef Jürgen Goecke. Der Landkreis Bad Doberan erreichte erstmals unter acht Prozent. Rügen, Ludwigslust, Nordwestmecklenburg und Parchim verzeichneten weniger als zehn Prozent Arbeitslosigkeit. Am höchsten war die Quote in Demmin mit 16,0 Prozent. "Besonders positiv ist zu werten, dass die Zahlen weiter sanken, obwohl im Juli das Ausbildungs- und Schuljahr endete und viele Jugendliche dann in die Arbeitslosigkeit müssen", resümierte Goecke. Üblicherweise stieg in diesem Monat daher die Zahl der Jobsuchenden. Goecke sah in den neuen Zahlen auch Zeichen der wirtschaftlichen Stabilisierung und des Aufschwungs. So habe sowohl die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 17,7 Prozent auf 25 900 zugenommen, als auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 0,1 Prozent und der Frühindikator Zeitarbeit um 13,5 Prozent. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) lobte die Fortsetzung des positiven Trends: "Indikatoren wie der deutliche Rückgang der Arbeitslosenzahl bei Männern und mehr Arbeitsplatzangebote bei den Zeitarbeitsfirmen zeigen die positive Bewegung am Arbeitsmarkt."

Einen Dämpfer für den Arbeitsmarkt prognostizierte Goecke aber für den kommenden Monat. Am 31. Juli enden die Transfergesellschaften der Wadan-Werften und rund 1300 Arbeiter werden arbeitslos. Nach diesem kurzzeitigem Plus in der Statistik erwartet der Arbeitsmarktexperte jedoch ein weiteres Fallen der Arbeitslosenzahlen im Herbst. "Ich glaube, dass wir im Oktober bei 94 000 liegen können." Dazu trage vor allem der demografisch bedingte Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 1200 jeden Monat bei.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) mahnte, dass daher noch mehr für die Sicherung des Fachkräftebedarfs getan werden müsse.

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