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E-Mail-Streit : 900 Euro für„kranken Typen“

vom
Aus der Onlineredaktion

Vergleich im Fall von Beleidigungs-E-Mail aus dem Schweriner Innenministerium

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Der Streit um eine E-Mail mit beleidigendem Inhalt von einem Mitarbeiter des Schweriner Innenministeriums ist beigelegt. Der Kläger Jens-Uwe Kasowski und der Absender der Nachricht einigten sich gestern in einem Zivilverfahren am Amtsgericht Neubrandenburg auf einen Vergleich.

Der Ministeriumsmitarbeiter zahlt 900 Euro Schmerzensgeld an den Mann aus Wolgast, Kasowski zieht seinerseits eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zurück, wie Richterin Heidi Angermüller zusammenfasste. Das Verfahren dauerte rund 30 Minuten.

Die Richterin hatte zu Beginn deutlich gemacht, dass ein Prozess eigentlich vor dem Landgericht hätte geführt werden müssen. Grund sei die „Amtshaftung“, die das Land für seine Bediensteten habe. Das wollten beide Seiten aber nicht und strebten den Vergleich an.

Der Wolgaster hatte die E-Mail, in der er als „kranker Typ“ bezeichnet wurde, im Februar aus Versehen bekommen. Der Mitarbeiter des Ministeriums hatte mit dem Wolgaster zu tun, weil sich dieser wegen einer Unterstützung für seine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Angst und Depressionen an das Ministerium gewandt hatte. Der Beklagte hatte die elektronische Nachricht von zu Hause an die Kollegen im Büro von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) schicken wollen. „Es stand auch ,Grüße ins Büro‘ darin“, sagte Angermüller.

Nachdem die E-Mail irrtümlich bei Kasowski gelandet war, machte dieser das Ganze öffentlich. „Ich kann heute noch nicht vernünftig schlafen“, sagte er. Er wolle aber nicht politische und private Sachen vermengen. Die Richterin regte aber auch an, ob die „Ehrverletzungen des Klägers“ durch die anschließenden Veröffentlichungen in seinem Sinne nicht vielleicht auch schon ausgeglichen sein könnten.

Der Fall hatte für Schlagzeilen und Forderungen an Caffier gesorgt, dieser solle sich für seinen Mitarbeiter entschuldigen. Das lehnte dieser ab. Caffier hatte sich aber von der Arbeitsweise seines Mitarbeiters distanziert. Auch der Verfasser der Mail entschuldigte sich gestern noch mal persönlich bei dem Wolgaster.

 

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