Von Wolfsburg bis Stolpe : 87-Jähriger irrt 14 Stunden auf der Autobahn nach MV

Nahe Stolpe wurde der verwirrte Fahrer gestoppt.
Nahe Stolpe wurde der verwirrte Fahrer gestoppt.

Rentner wollte eigentlich nur seine Batterie voll fahren und schlich mit 50 km/h von Wolfsburg bis nahe Stolpe

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05. Januar 2016, 21:00 Uhr

So einen Fall hat die Autobahnpolizei auch noch nicht erlebt. Eher zufällig fiel den Polizisten gestern Morgen gegen 1 Uhr auf der A 24 zwischen Suckow und Parchim ein Golf auf, der extrem langsam fuhr. Wenig später holten die Beamten aus Brandenburg Fahrer und Auto aus dem Verkehr. Am Steuer des Golf saß ein 87-jähriger Rentner aus Wolfsburg, der sich komplett verfahren hatte und nicht mehr wusste, wo er war.

Eigentlich sei er am Montagvormittag, so erzählte er es dann im Stolper Polizeirevier, gegen 11 Uhr aus seinem Heimatort Wolfsburg losgefahren. Er wollte nur eine kleine Ausfahrt unternehmen, um den Ladezustand seiner Autobatterie zu verbessern. Es sei ihm um etwa 20 Kilometer gegangen. Irgendwann habe er aber die Orientierung verloren und sei auf der Suche nach dem Heimweg einfach weitergefahren.

Gut 14 Stunden dauerte seine Schleichfahrt schließlich. Der Mann war mit 50 km/h betont langsam unterwegs, schon mit diesem Tempo eine Gefahr für sich und andere. Während er gegenüber der Polizei Namen und Adresse fehlerfrei angeben konnte, vermochte er zum Weg und seinen Pausen nichts mehr zu sagen. Er habe Pausen gemacht und auf einem Autobahnrastplatz seine Ausweispapiere verloren.

„Wir können nicht sagen, wo er in diesen 14 Stunden gewesen ist, wo er lang fuhr, seine Pausen machte. Und wir werden es wohl kaum in Erfahrung bringen können“, erklärte Klaus Wiechmann, der Sprecher der zuständigen Ludwigsluster Polizeiinspektion, dazu. Es sei zudem purer Zufall gewesen, dass er nahe Stolpe gestoppt werden konnte. Die Kollegen wären aus Brandenburg nach Stolpe gekommen, um auf dem dortigen Rastplatz eigentlich die Sicherung eines Schwertransportes zu übernehmen. Ein übliches Verfahren. Wiechmann: „Insofern haben wir in dem Fall alle Glück gehabt, denn niemand kann sagen, wie lange der Mann noch weitergefahren wäre und was hätte passieren können. Wir wissen zum Beispiel, dass er bei der Strecke und Dauer wahrscheinlich getankt haben muss. Aber er konnte uns nicht sagen, wo das war.“ Bei seiner Befragung im Stolper Polizeirevier wurde dann die gesamte Vorgeschichte bekannt. Der Rentner wurde nach der Befragung zunächst vorsorglich zur Untersuchung und zur medikamentösen Versorgung ins Parchimer Krankenhaus gebracht. Parallel versuchte die Polizei über die Wolfsburger Kollegen Kontakt zu Verwandten herzustellen. Über den Kontakt eines Nachbarn und den Anrufbeantworter des Sohnes gelang das schließlich. Die Familie wird sich jetzt um die Rückführung des Rentners und seines gesichert abgestellten Golfes kümmern.

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