Erschreckende Zahl : 800-mal Unfallflucht in Schwerin

Polizei mahnt: Selbst bei Bagatellschäden ist unerlaubtes Entfernen vom Ort des Geschehens kein Kavaliersdelikt.

svz.de von
14. März 2014, 21:00 Uhr

Die Zahl ist erschreckend hoch: Etwa 60- bis 80-mal im Monat  wird die Schweriner Polizei   zu Verkehrsunfällen gerufen, bei denen sich die Verursacher heimlich entfernt haben. „Wir hatten im vergangenen Jahr rund 800  Anzeigen wegen Unfallflucht“, sagt Steffen Salow, Sprecher der Schweriner Polizeiinspektion (PI). „Die größte Zahl davon waren Bagatellschäden wie kleine Rempler auf Parkplätzen, bei denen Schrammen an Stoßfängern oder Kotflügeln entstanden sind. Doch das ändert nichts am Tatbestand der Unfallflucht“, stellt sein Kollege  Klaus-Dieter Bruns,  Sachgebietsleiter Verkehr der PI, klar. Und das kann teuer und schmerzhaft werden. „Wird ein Unfallflüchtiger  ermittelt, und das gelingt uns immer häufiger dank größerer Aufmerksamkeit von Bürgern, die sich als Zeugen zur Verfügung stellen, wird der Staatsanwalt eingeschaltet. Bei einem Schaden von 1300 bis 1500 Euro kann neben einem Bußgeld auch schon mal ein vorläufiger Führerscheinentzug angeordnet werden“, erläutert Bruns.

Der Verkehrsexperte sagt aber auch ganz deutlich: Für einen Parkplatz-Rempler werde niemandem der Kopf abgerissen. Auch wenn  die Polizei gerufen wird, bleibe es meist bei einer mündlichen  Verwarnung,  wenn die beiden Unfallbeteiligten sich einigen können. Bruns rät aber, die Beamten zu rufen, um auf der sicheren  Seite zu sein.  Und für den Fall, dass sich die Beteiligten  privat einigen, hält er aus langjähriger Erfahrung einige Tipps bereit: „Man sollte unbedingt  Name und Adresse des anderen notieren, sich eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse geben  und sich auch den Fahrzeugschein zeigen lassen“, sagt Bruns. Sich zudem die Namen von Zeugen zu notieren, sei immer hilfreich. 

Schwere Unfälle mit Fahrerflucht jedoch sind  selten in Schwerin –  der urbanen Struktur geschuldet. So bleiben die Parkplätze der  Einkaufszentren auch weiter Schwerpunkt des Unfallgeschehens.

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