Tierseuchenkasse : 800 Imker verschollen

Wer sich Bienen hält, muss das melden.
Wer sich Bienen hält, muss das melden.

Bienenhalter gehen ihrer Meldepflicht nicht nach / Tierseuchenkasse hilft Völkergesundheit zu verbessern

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17. September 2015, 08:00 Uhr

Dass ab und zu ein Bienenvolk verschwindet, ist inzwischen nichts Neues mehr. Doch nun sollen plötzlich ganze 800 Imker in Mecklenburg-Vorpommern verschollen sein. Zumindest, wenn es nach den Anmeldungen bei der Tierseuchenkasse geht.

Seit dem 1. Januar sind die Bienen- und Hummelhalter im Land gesetzlich zur Meldung und Beitragszahlung gegenüber der Tierseuchenkasse von MV verpflichtet. Etwa 2600 Imker müssten sich registrieren lassen. So viele Halter sind zumindest in den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte eingetragen. Doch bei der Tierseuchenkasse gemeldet haben sich erst etwas über 1800. Summa summarum: Bei 800 Bienenhaltern summt es nicht mehr? „Es können nicht alle Imker sein, die es im Land gibt“, meint MVs Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Dem pflichtet auch Torsten Ellmann, 1. Vorsitzender des Landesverbands der Imker bei: „Aber die Zahl, die von den Veterinärämtern gemeldet wurde, kann so auch nicht stimmen. Ich denke, dass sich einige ehemalige Bienenhalter nie abgemeldet haben beziehungsweise, dass sie verstorben sind“, meint Ellmann.

Eine ordnungsgemäße Meldung und Beitragszahlung ist Voraussetzung, damit im Seuchenfall der Bienenhalter entschädigt wird. Im vergangenen Jahr brach im Raum Rostock die Amerikanische Faulbrut aus. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit. Die Brut vieler Völker musste vernichtet werden. Außerdem wurde über mehrere Monate ein Sperrbezirk eingerichtet, um die Ausbreitung einzudämmen.

Die Tierseuchenkasse leistet in solch einem Fall nicht nur Entschädigung für Tierverluste, sondern sie wirke auch an der Verbesserung der Bienengesundheit mit, heißt es aus dem Ministerium. Ist der Imker nicht gemeldet, bleibt ihm nicht nur die Abfindung verwehrt, er müsse zudem mit empfindlichen Strafen im bis zum vierstelligen Bereich rechnen.

„Bestimmte Erreger, wie die Varroramilbe oder der Erreger der Amerikanischen Faulbrut bedrohen zunehmend die Gesundheit der Bestände. Hier müssen wir Vorsorge leisten“, betont Till Backhaus. Im Land würden dazu Überwachungsuntersuchungen zur Erkennung der Verbreitung der Amerikanischen Faulbrut durchgeführt und Imker bei der Bekämpfung der Varroamilbe unterstützt. „Die Imker haben sicherlich nicht gejubelt, als sie von den Beitragszahlungen gehört haben, aber sie sehen die Notwendigkeit ein, um die Bienengesundheit zu verbessern“, meint Ellmann. Aktuell gebe es in MV jedes Frühjahr 30 Prozent Verluste bei den Bienenvölkern. Das wäre ein „untragbarer Zustand“. Die Leistung von 1,50 Euro pro Volk im Jahr, hält Ellmann daher für gerechtfertigt. „Das sind bei zehn Völkern etwa drei bis vier Gläser. 80 bis 90 Gläser werden bei einem durchschnittlichen Bienenbestand produziert.“ Der Landesverband der Imker und das Ministerium für Landwirtschaft fordert daher die Imker, die bisher der bestehenden Melde- und Beitragspflicht noch immer nicht nachgekommen sind auf, dieser unverzüglich nachzukommen.

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