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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 08:32 Uhr

Energiewende : 80 Prozent für Ökostrom

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahl der Anhänger des grünen Stroms steigt, die Akzeptanz von Windkraft ist jedoch gesunken. Energieministerium stellt Umfrage vor

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die Energiewende hin zum Ökostrom gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr Anhänger. 80 Prozent der Einwohner befürworten nach einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Schweriner Energieministeriums den eingeschlagenen Kurs in Richtung erneuerbare Energien. 76 Prozent waren es 2013 bei einer ähnlichen Umfrage.

Am häufigsten wurden als Gründe für die positive Einstellung der Klimaschutz, die besondere wirtschaftliche Chance für Mecklenburg-Vorpommern und die Unabhängigkeit Deutschlands von Energieimporten genannt.

Allerdings bröckelt die Akzeptanz für Windkraftanlagen. Für einen bevorzugten Ausbau von Windrädern an Land sprachen sich nur noch 41 Prozent der Befragten aus – 49 Prozent waren es 2013. In Vorpommern sind es sogar nur noch 32 Prozent, die einen bevorzugten Ausbau der Windkraft favorisieren, im mecklenburgischen Landesteil dagegen 45 Prozent. Zum Vergleich: 69 Prozent der Einwohner wollen den verstärkten Ausbau von Solaranlagen. Bislang werden 0,7 Prozent der Landesfläche für Windenergieanlagen genutzt, angestrebt wird die doppelte Fläche.

Um die Akzeptanz von Windkraftanlagen zu erhöhen, will die Landesregierung Gemeinden und Bürger mit Wohnortnähe an den Gewinnen aus den Anlagen beteiligen. Ein Beteiligungsgesetz ist in den Landtag bereits eingebracht worden. „Damit überzeugen wir keinen eingefleischten Gegner der Windkraft, aber eine große Mehrheit der Menschen fordert einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen, den wir mit dem Gesetz bieten werden“, sagte Energieminister Christian Pegel (SPD) gestern bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Jeder zweite Einwohner würde laut Umfrage Windräder in seiner Nachbarschaft akzeptieren, wenn er davon einen finanziellen Vorteil hätte.

Für mehr Akzeptanz sollen künftig auch mehr Informationsveranstaltungen vor Ort sorgen. In der Befragung sagten 75 Prozent, dass dies geeignete Maßnahmen sein würden. Zehn Prozent weniger glauben, dass es die Akzeptanz steigern würde, wenn solche Anlagen besichtigt werden könnten. „Es ist ein klarer Appell an die Branche, zügig und direkt auf die Betroffenen vor Ort zuzugehen, wenn Pläne konkret werden“, so Pegel.

Auch bei Offshore-Anlagen sinkt die Zahl der Anhänger. Waren 2013 noch 65 Prozent der Befragten für den Ausbau der Windkraftanlagen vor Mecklenburg-Vorpommerns Küsten sind es inzwischen noch 52 Prozent. Vier von zehn Einwohnern sind davon überzeugt, dass Offshore-Anlagen den Tourismus im Land negativ beeinflussen.

Für die 25000 Euro teure Umfrage befragte TNS Emnid im Oktober 2015 etwa 1000 Einwohner im Land telefonisch.

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