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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 21:37 Uhr

80 Nestlé-Jobanfragen in zwei Tagen

vom

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2012 | 09:59 Uhr

In den Statistiken ist es längst angekommen, in den Köpfen vieler Schweriner noch nicht so ganz: Die wirtschaftliche Entwicklung der Landeshauptstadt geht nach oben. Und das nicht erst seit der geplanten Ansiedlung von Nestlé, die von 2013 an Kaffeekapseln im Industriepark Göhrener Tannen produzieren möchte. „Schwerin wird sich verändern“, prognostiziert Dirk Heyden, Geschäftsführer der Schweriner Arbeitsagentur. Vor allem die Ansiedlung des Lebensmittel-Giganten werde noch einen enormen Effekt zeigen für Schwerin. Der werde sich sowohl auf das Lohngefüge auswirken als auch andere Unternehmen nachziehen. „Es sind derzeit noch andere Ansiedlungs-Anfragen für Schwerin in der Pipeline“, so Heyden. Mehr als 80 Menschen hätten allein in zwei Tagen bei der Arbeitsagentur nachgefragt, wie und wann sie sich um eine Stelle bei „Dolce Gusto“ bewerben können. „Und das waren nicht nur Arbeitslose, sondern auch Menschen, die sich bei Nestlé einen Karriersprung erhoffen oder Pendler, die in Schwerin arbeiten möchten.“


Heyden hatte sich auf Einladung des Vereins Pro Schwerin am Dienstagabend des Themas „Warum Schwerin“ aus Arbeitnehmersicht angenommen. Dass zu der Rundum-Betrachtung nur knapp 20 Gäste gekommen waren – darunter kein Vertreter der Stadt – enttäuschte die Veranstalter, die sich ehrenamtlich für die Landeshauptstadt engagieren. Trotzdem soll die Reihe fortgeführt werden, in der auch schon Stefan Himstedt in einem Vortrag die Chancen Schwerins aus Unternehmerperspektive betrachtet hatte.
Was Heyden an Zahlenmaterial mitgebrachte, stimmt optimistisch: Schwerin punktet im Ansiedlunsgwettbewerb vor allem durch die gute Anbindung an die Metropolregion Hamburg und dessen Hafen. Neue Arbeitskräfte – zum Beispiel die heiß begehrten Ingenieure – werden durch ein hochwertiges Freizeit- und Kulturangebot gelockt, Familien durch ein gutes Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche.

Die Region selbst verfüge außerdem über ein enormes Arbeitskräftepotenzial. Das sind zum einen die Auspendler – mehr als 42 000 Menschen wohnen in Westmecklenburg und arbeiten in Hamburg oder Schleswig-Holstein – auf der anderen Seite aber auch Arbeitslose, und hier vor allem junge Frauen ohne Job, die weiter qualifiziert werden könnten. „In Westmecklenburg gibt es 5100 Alleinerziehende ohne Job. „Sie wieder in Arbeit zu bringen, hat außerdem eine Vorbildfunktion auch für die Kinder, die dann nicht lernen, dass Hartz-IV ein Beruf ist.“ Schon in den vergangenen Jahren hat sich in diesem Bereich einiges getan: Von 2005 bis heute sank die Zahl der Arbeitslosen in Schwerin um 28,8 Prozent, die der Hartz-IV-Empfänger um 19 Prozent. Auch das Lohnniveau in Schwerin ist aktuell das beste im ganzen Land. Der Median – der genaue Verdienst-Mittelwert – liegt in der Landeshauptstadt bei 2370 Euro, in Ludwigslust beispielsweise bei 1873 Euro und in Rügen sogar bei 1571 Euro. Der bundesdeutsche Median beträgt zurzeit 2702 Euro. Das hohe Lohnniveau in Schwerin ist aber vor allem der öffentlichen Verwaltung zu verdanken. In Bau, Einzelhandel oder Gaststättengewerbe wird viel weniger verdient. Um diese auch dort benötigten Fachkräfte zu halten, werde die Löhne in den Bereichen anziehen müssen.

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