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Hintergrund : 80 Adelsfamilien gaben einst in Mecklenburg den Ton an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einige Nachkommen kehrten nach 1990 zurück und engagieren sich nicht nur für das Erbe

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Sie hießen von Maltzahn, von Plessen, von Bülow oder von Holtzendorff. Etwa 80 Adelsfamilien gaben einst in den mecklenburgischen Ländern den Ton an. Einige Geschlechter wurden weltberühmt wie das von Blücher auf Renzow (Landkreis Nordwestmecklenburg). Aus dieser blaublütigen Familie ging Gebhard Leberecht von Blücher hervor. Der gebürtige Rostocker tat sich als preußischer Generalfeldmarschall in bedeutenden Schlachten gegen den französischen Kaiser Napoleon hervor.

Auch der in Parchim geborene Helmuth Karl Bernhard von Moltke stammt aus altem Mecklenburger Adel. Als preußischer Generalfeldmarschall und Chef des Generalstabes hatte er wesentlichen Anteil an den Siegen in den drei deutschen Einigungskriegen im 19. Jahrhundert gegen Dänemark, Österreich und Frankreich.

Offiziell wurde der Adel in Deutschland 1919 abgeschafft, einstige Titel sind nur Namensbestandteil. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Bodenreform flohen viele Adelsfamilien aus dem sowjetisch besetzten Mecklenburg. Einige der Nachkommen der einst vertriebenen Adelsfamilien kamen nach 1990 zurück, engagieren sich nicht nur für das Erbe, sondern auch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

Von wie weither die Rückkehrer kamen, zeigt Heinrich Graf von Bassewitz, der 1989 als Entwicklungshelfer in Südamerika arbeitete und den es nach 1990 wieder auf die „alte Scholle“ nach Dalwitz bei Rostock zog. Heute gehört der Bassewitzsche Hof zu den Vorzeigebetrieben beim Öko-Landbau – auch Englands Prinz Charles war schon hier.

Der Neubrandenburger Fotograf Bernd Lasdin hat viele der Rückkehrer fotografiert und das Buch „Die Rückkehr zu den Familien“ herausgebracht. „Wir wollen damit Vorurteile auf beiden Seiten abbauen helfen“, sagte der Fotograf.

Von Familien, die sich 2001 ablichten ließen, stellten sich zehn Jahre später 65 Familien wieder zur Verfügung. Dazu gehörte Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanefeld aus Göhren bei Woldegk, dessen Vorfahre zur Gruppe um Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) gehörte.

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